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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Prüfung von Druckbehältern und Zubehör
Stichworte: Welche Prüffristen gelten, wenn ein älterer Druckbehälter gegen einen baugleichen neuen Druckbehälter ausgetauscht wird?

Frage:

In einer Abfallverwertungsanlage (Inbetriebnahme 1997) soll ein älterer Druckbehälter, der unter die Prüfung durch eine ZüS fällt, durch einen neuen Behälter ersetzt werden, der entsprechend der ursprünglichen Konstruktion quasi 1:1 neu gebaut wurde. Gilt für diesen Behälter dann die Pflicht nach § 15 BetrSichV, dass die ermittelten Prüffristen von der ZüS überprüft werden müssen, oder greift hier immer noch die Ausnahmeregelung nach § 27 Abs. 3 Satz 3 BetrSichV ?

Wie verhält es sich, wenn ein Druckbehälter durch einen in Abmessungen und Funktion baugleichen Behälter ersetzt wird, aber zum Erzielen einer längeren Standzeit ein anderer Werkstoff verwendet wird?

Antwort :

Ein neuer Druckbehälter unterliegt auch dann den Anforderungen an einen neuen Druckbehälter, wenn er Ersatz für einen früheren Behälter und mit diesem baugleich ist. Dementsprechend sind nach den Vorgaben der BetrSichV die Prüffristen zu ermitteln.

Auch wenn der neue Behälter zum Erzielen einer längeren Standzeit aus einem anderen Werkstoff gefertigt worden ist, gelten die Fristen nach der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV als obere Grenze für die Prüfintervalle.

Die zuständige Aufsichtsbehörde – in NRW die Bezirksregierungen – entscheidet darüber, ob im Einzelfall eine Verlängerung der Frist nach § 15 Abs. 17 BetrSichV möglich ist. Einem Antrag sind zumindest eine Stellungnahme des Herstellers bzw. Einführers, dass der Behälter nach besonderen Kriterien gefertigt worden ist, so dass längere Standzeiten ohne eine Beeinträchtigung der Sicherheit möglich sind, und zwar unter den offensichtlich besonderen Einsatzbedingungen, und eine gutachterliche Aussage einer ZÜS beizufügen, dass die Sicherheit auf andere Weise gewährleistet ist.

Diese Aussagen sind mit den Erfahrungen des Betreibers zu untermauern. Wenn nun die Beanspruchungen für den ersten Behälter offensichtlich unterschätzt worden sind und deshalb bestimmte Maßnahmen bei dem Ersatzbehälter getroffen wurden, so erscheint es allenfalls sachgerecht, die üblichen maximalen Fristen zu akzeptieren. Eine Verlängerung dürfte überhaupt erst in Betracht kommen, wenn durch weitere Betriebserfahrungen der Nachweis erbracht werden kann, dass die gewählte Verbesserung, d.h. der andere Werkstoff, der erhöhten Beanspruchung standhält. Es spricht sogar Einiges dafür, die erste Prüffrist für die innere Prüfung zu reduzieren, um genau diese Aussage zu untermauern.




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