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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Wie sind Reinigungstätigkeiten in öffentlichen Toiletten nach der Biostoffverordnung einzustufen?

Frage:

Wie wird Reinigungspersonal beurteilt, das Kontakt mit Abwasser hat z.B. Reinigung von öffentlichen Toiletten? Fallen in diesem Zusammenhang Kontakt mit Körpersekreten die Tätigkeiten nicht unter Gruppe 2 der biolog. Arbeitsstoffe und müssen dann Impfstoffe z.B. Hepatitis A vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden?


Antwort :

Bei Reinigungsarbeiten mit Kontakt zu Abwasser und Fäkalien handelt es sich um nicht gezielte Tätigkeiten i.S. der Biostoffverordnung -BiostoffV. Hinsichtlich der Gefährdung sind diese Tätigkeiten -je nach vorhandenen Erregern (z.B. Bakterien, Viren, Schimmelpilze, Protozoen, Würmer)- vergleichbar mit gezielten Tätigkeiten der Risikogruppen 1 bzw. 2.

Es sind immer mindestens die allgemeinen Hygienemaßnahmen der Schutzstufe 1 (s. TRBA 500 - Allgemeine Hygienemaßnahmen) durchzuführen. Desweiteren sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die in Betracht kommenden Maßnahmen der Schutzstufe 2 zu ermitteln und umzusetzen. In die vom Arbeitgeber zu erstellende Gefährdungsbeurteilung wird auch ggf. die TRBA 220 -Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen - einzubeziehen sein.

Verpflichtend sind arbeitsmedizinische Untersuchungen gem. Anhang IV BiostoffV bei bestimmten nicht gezielten Tätigkeiten in Kläranlagen und in der Kanalisation. Bei der Reinigung von öffentlichen Toilettenanlagen hat der Arbeitgeber den Beschäftigten gem. § 15a Abs.5 eine arbeitsmedizinische Untersuchung anzubieten.
Beim Umgang mit impfpräventablen biologischen Arbeitsstoffen muss der Arbeitgeber grundsätzlich eine Impfung anbieten (15a, Abs. 3 BiostoffV). Bei Tätigkeiten mit Abwasser empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis A.

Stand: September 2007


Dialognummer: 5930

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