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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Muss der Arbeitgeber die Hepatitis A-Impfung seinem Pflegepersonal nicht mehr anbieten?

Frage:

In der zuletzt geänderten Fassung der Biostoffverordnung vom 06.03.2007 wird die Pflege von älteren Personen in geriatrischen Einrichtungen nicht mehr als Expositionsbedingung für die Übertragung von Hepatitis A genannt.
Warum nicht?
Warum findet man darüber nichts in den einschlägigen Gesundheits- und Arbeitsschutzseiten?
Muss der Arbeitgeber die Hepatitis A-Impfung seinem Pflegepersonal nicht mehr anbieten?

Antwort :

Der Arbeitgeber, der Beschäftigte mit nicht gezielten Tätigkeiten mit Hepatitis-A-Viren beschäftigt, muss die arbeitsmedizinische Vorsorge einschließlich der Impfung anbieten, es sei denn, nach der Gefährdungsbeurteilung und aufgrund der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht von einer Infektionsgefährdung auszugehen.

Die Tatsache, dass das Hepatitis-A-Virus in Zusammenhang mit Tätigkeiten in geriatrischen Einrichtungen nicht mehr im Anhang IV der Biostoffverordnung aufgelistet ist, bedeutet lediglich, dass hierzu keine verpflichtende arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung mehr erforderlich ist (diese war immer verbindlich durchzuführen und nie ein Angebot).

Nach TRBA 462 Einstufung von Viren in Risikogruppen zählt das Hepatitis-A-Virus zu den biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 2.
Gemäß Anhang der ArbMedVV muss der Arbeitgeber den Beschäftigten die in § 15 Abs. 2 Nr. 1 und 2 genannten Untersuchungen anbieten bei ...nicht gezielten Tätigkeiten, die der Schutzstufe 2 zuzuordnen sind,....
In der Regel sind pflegerische Tätigkeiten in geriatrischen Einrichtungen, bei denen es zu einer Infektion mit Hepatitis-A-Virus kommen kann, der Schutzstufe 2 zuzuordnen. Näheres hierzu siehe auch TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege".
Daher muss der Arbeitgeber in der Regel die arbeitsmedizinische Vorsorge einschließlich der Impfung anbieten, es sei denn, nach der Gefährdungsbeurteilung und aufgrund der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht von einer Infektionsgefährdung auszugehen (§ 15 Abs. 5 Nr. 2 BioStoffV). Ob letzteres zutrifft, hängt auch wesentlich von den Verhältnissen vor Ort und der Einschätzung des zuständigen Betriebsarztes ab.


Dialognummer: 5912
Stand: 04.09.2007

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