Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Grenzwerte
Stichworte: Welche Grenzwerte gelten für die Konzentration von Glasfaserstäuben (5 - 10 my) am Arbeitsplatz und welche Maßnahmen sind obligatorisch?

Frage:

Welche Grenzwerte gelten für die Konzentration von Glasfaserstäuben (5 - 10 my) am Arbeitsplatz und welche Maßnahmen sind obligatorisch?

Antwort :

Nach der TRGS 521 „Faserstäube“ sind Glasfasern den künstlich hergestellten anorganischen, glasigen Fasern zuzuordnen.

Die TRGS 521, Ausgabe Mai 2002, kann noch als Auslegungs- und Anwendungshilfe hinzugezogen werden sofern diese nicht im Widerspruch zur „neuen“ Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) 12/2004 in der zurzeit geltenden Fassung steht.

Anorganische Faserstäube (außer Asbest) sind der TRGS 905 (Ausgabe Juli 2005) „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe" unter Ziffer 2.3 aufgeführt. Hier ist die „WHO-Faser“ mit einer Länge > 5 µm, einem Durchmesser < 3 µm und einem Länge-Zu-Durchmesserverhältnis von > 3 : 1 als Bewertungskriterium angegeben.

In der Anfrage ist nur die Angabe 5 – 10 µm vorhanden. Somit kann eine Beurteilung nicht erfolgen.

Die Bewertung der glasigen WHO-Fasern erfolgt nach den Kategorien für krebserzeugende Stoffe im Anhang VI Nr. 4.2.1 der RL 67/548/EWG und auf der Grundlage des Kanzerogenitätsindexes KI, der sich für die jeweils zu bewertenden WHO-Fasern aus der Differenz zwischen der Summe der Massengehalte (in v. H.) der Oxyde von Natrium, Kalium, Bor, Calcium, Magnesium, Barium und dem doppelten Massengehalt (in v. H.) von Aluminiumoxyd ergibt.

Bezüglich der gestellten Frage sind die Fasergröße und der Kanzerogenitätsindex KI (siehe Ziffer 2.3 TRGS 905) zu ermitteln. Der Hersteller oder Einführer ist zur Einstufung von Stoffen oder Zubereitungen verpflichtet (§ 5 Gefahrstoffverordnung).

Nicht außer acht gelassen werden darf, dass Fasern mit größeren Abmessungen sowie Fasern, die das Längen zu Dickenverhältnis wie vorgenannt nicht erfüllen, durch mechanische Beanspruchung zu kleineren, kritischeren Fasern (WHO-Fasern) brechen oder spleißen können.

Der seinerzeit gültige TRK-Wert für Hochtemperatur-Glasfasern in Höhe von 500.000 F/m³ ist nicht mehr gültig.

Sofern die Ermittlung ergeben sollte, dass eine Einstufung als krebserzeugend in die Kategorien K1 oder K2 nicht vorliegt, gilt für diese Fasern der „Allgemeine Staubgrenzwert“ in Höhe von 3mg/m³ für die A-Fraktion und 10 mg/m³ für die E-Fraktion (siehe Ziffer 2.4 TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“).

In diesem Zusammenhang ist bei Tätigkeiten mit Glasfasern auch die TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt“, Ausgabe Mai 2006, zu beachten, da u. a. eine mechanische Hautreizung wahrscheinlich gegeben ist. Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass im Sicherheitsdatenblatt nach RL 91/155/EWG entsprechende Angaben für eine Beurteilung und Bewertung der Glasfasern vorhanden sein müssen. Nach dem Vorliegen aller Erkenntnisse aus den Ermittlungen ist eine Gefährdungsbeurteilung für die Tätigkeiten mit Glasfasern zu erstellen.


Dialognummer: 5892
Stand: 04.07.2007

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.