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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten
Stichworte: Wie ist es zu bewerten, wenn ein Verkaufsbereich mit Kundenverkehr unmittelbar an ein Lager für entzündliche Flüssigkeiten grenzt?

Frage:

Gemäß TRbF 20 dürfen in einem Verkaufs- und Vorratsraum des Einzelhandels in Abhängigkeit der Grundfläche und der Gebindeart bestimmte Volumina anzeige- und erlaubnisfrei gelagert werden (Abschnitt 3, Tafel 1). Für diese Lager gelten Erleichterungen, z.B. hinsichtlich der nicht erforderlichen Festlegung von explosionsgefährdeten Bereichen (Abschnitt 8.3.1)

Wie ist es nun zu bewerten, wenn ein Verkaufsbereich mit Kundenverkehr und Mengen nach Tafel 1 unmittelbar und ohne jegliche Trennung an ein "echtes" Lager grenzt, in dem mehr als 1000 l AII (ungültig, ich weiß, aber so schreibt es sich schneller) und bis zu 300 l AI/B Flüssigkeiten lagern (rein passiv)?
Ist das zulässig? Ist eine Abtrennung des Verkaufsbereichs erforderlich, z.B. auch brandschutztechnisch (siehe z.B. Abschnitt 5.3.2, aber es ist ja kein anderer Raum)? Wann ja, wann nein?

Noch spannender wird diese Frage, wenn auch noch Farbmischbereiche hinzukommen, bei denen gemäß BGR 104 F 2.2.4 Ausgabe 2007 (Mischeinrichtungen für Beschichtungsstoffe) bei natürlicher Belüftung auf dem Boden eine Zone 2 liegt, ohne Begrenzung der Ausdehnung. Eine Zone 2 in einem Verkaufsraum ist m.M.n. nicht möglich. Darf ich also sicherheitstechnisch fordern, den Mischbereich baulich vom Lager bzw. vom Verkaufsbereich zu trennen? Oder vom Verkaufsraum ja, vom Lager nicht? Wie steht es mit Bestandsschutz?

Es existiert weder ein Brandschutzkonzept noch lässt sich eine Genehmigung auffinden.

Antwort :

Auf Grund des komplexen Sachverhaltes ist eine abschließende Beantwortung nicht möglich.
Wie bekannt, hat die
Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV zur Rechtsvereinfachung geführt. Das Inkrafttreten dieser Rechtsnorm hat eine Vielzahl von Verordnungen abgelöst, dazu zählt u.a. auch die VbF. Somit dient die TRbF 20 „Läger“ nur noch als Erkenntnisquelle und ist in seiner derzeitigen Ausführungen in Verbindung mit der BetrSichV anzuwenden. Dies bedeutet den Wegfall der Anzeigeverpflichtung, Änderungen bei der Erlaubnispflicht in Bezug auf die Mengenschwellen.

Die aufgezeigten Gefährdungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 BetrSichV) zu untersuchen, zu bewerten und zu dokumentieren. Sollten die Ermittlungen dazu führen, dass eine explosionsfähige Atmosphäre nicht auszuschließen ist, greifen die Maßnahmen nach Anhang 3+4 sowie § 6 der BetrSichV.

Durch eine weitergehende Verwendung des Lagerraumes - als Misch- oder Füllraum - würde sich auch das Anforderungsniveau an diesen Raum ändern. Man spricht in diesem Fall von der „aktiven Lagerung“, so dass zusätzliche Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen in Betracht kommen.

Dabei ist beispielsweise die vorzusehenden Be- und Entlüftung und ggf. sind auch die Explosionsschutzzonen neu festzulegen. Die Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten 
TRbF 30 "Füllstellen" und TRbF 20 „Läger“ beinhalten maßgebliche Regelungen zu diesem Anwendungsfall. Siehe auch die technische Regel TRBS 2152.

Weitere Informationen bietet das Merkblatt M 2 -Gefahrstoffe der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel an und finden Sie auf den Internetseiten von http://www.gefahrstoffe-im-griff.de/1.htm. Informationen zur Lagerung von entzündlichen (brennbaren) Flüssigkeiten werden auch in unserer Rubrik der KomNet-Wissensdatenbank gegeben.

Zu Fragen des Brandschutzes (Brandabschnitte) sollten Sie Ihre zuständige Bauaufsichtsbehörde ansprechen.   


Dialognummer: 5852
Stand: 20.08.2010

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