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Stichworte: Ist die maximal zulässige Oberfächentemperatur für die Kategorie 2G (Zone 1) wirklich 80 % der zulässigen Oberfächentemperatur der Temperaturklassen T1 bis T6 ?

Frage:

Ist die maximal zulässige Oberfächentemperatur für die Kategorie 2G (Zone 1) wirklich 80 % der zulässigen Oberfächentemperatur der Temperaturklassen T1 bis T6 ?

Antwort :

Grundsätzlich darf die höchste Oberflächentemperatur des Betriebsmittels die Zündtemperatur der gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre nicht erreichen. Als Einstufungskriterien werden deshalb Temperaturklassen (T1 bis T6) definiert, die die höchstzulässige Temperatur des Betriebsmittels in °C angegeben. Die Anforderungen an die zulässige Temperatur der Oberflächen (Verringerung der Oberflächentemperatur), die mit der explosionsfähigen Atmosphäre in Berührung kommen, steigen mit der Größe der Ziffern der Temperaturklassen (T1 bis T6). Dadurch kann der Hersteller seines Betriebsmittel, entsprechend der gewählten Gruppe (II), Kategorie (1-3) und des Mediums (G/D), selber bestimmen für welche Temperarturklasse er das Gerät auslegen will. In der Baumusterprüfbescheinigung bzw. in der Bedienungsanleitung wird der Zusammenhang vom Medium (Meßmedium) mit der Temperaturklasse angegeben. Der Errichter und später der Betreiber sind für die richtige Auswahl und Einhaltung der Temperaturklasse verantwortlich. (siehe auch http://www.ceag.de/de/Explosion_Protection/Expert_Forum/Ex-Standardization/grundlagen_ex402.pdf).

Hinweis: Nach Anhang 4 B der Betriebssicheheitsverordnung - BetrSichV sollen in explosionsgefährdeten Bereichen Geräte und Schutzsysteme entsprechend den Kategorien gemäß der Richtlinie 94/9/EG ausgewählt werden. Für Zone 1 werden demzufolge Geräte der Kategorie 1 oder der Kategorie 2 vorgesehen.

 

Die Anforderungen, die sich aus dem Einsatz von Geräten und Schutzsystemen in explosionsgefährdeten Bereichen ergeben, sind in der ATEX-Richtlinie (Rl 94/9/EG) der EU und durch die nationale Umsetzung in der Explosionsschutzverordnung (11. GPSGV) verbindlich vorgegeben. Unterhalb der 11. GPSGV werden sog. harmonisierte Normen gelistet, bei deren Anwendung die 11. GPSGV als erfüllt anzusehen ist (Konformitätsvermutung). Die Normen DIN EN 1127-1 in der Fassung Oktober 1997 und die DIN EN 13463-1 in der Fassung von April 2002, sind zu der 11. GPSGV gelistet und lösen die so genannte Konformitätsvermutung aus.

Die Norm EN 1127-1 legt jetzt Methoden zum Erkennen und Beurteilen von gefährlichen Situationen, die zu Explosionen führen, fest und beschreibt geeignete Planungs- und Fertigungsmaßnahmen, um die erforderliche Sicherheit zu erreichen.

In Bezug auf Gefährdungen durch heiße Oberflächen wird für die Kategorie 2 festgelget, dass "die Temperaturen aller Oberflächen von Geräten, Schutzsystemen und Komponenten, die mit explosionsfähiger Atmosphäre in Berührung kommen können, dürfen die Zündtemperaturen des brennbaren Gases oder der Flüssigkeit bei normalen Betrieb und bei Betriebsstörungen nicht überschreiten." D.h Oberflächentemperatur (Geräte) < Zündtemperatur (Gas/Flüssigkeit).

"Wenn jedoch nicht vermieden werden kann, dass das Gas oder der Dampf bis zur Temperatur der heißen Oberfläche erhitzt wird (hier bei 200°C - T3), darf die Oberflächentemperatur (der Geräte) 80% der Zündtemperatur des Gases in °C nicht überschreiten". D.h. in diesem Fall (Methyltriglykol - Zündtemp.: 210°C)  darf die Oberfläche der Geräte nie heißer als 168°C werden.

Ob die verwendeten Geräte diesen Anforderungen genügen, können Sie der Bedienungsanleitung und der Baumusterprüfbescheinigung entnehmen. Sofern dies nicht gegeben ist und der oben beschriebene Fall einer Erhitzung des Stoffes möglich ist, sollte ggf. ein Gerät mit der Temperaturklasse T4 (bis max. 135°C Oberflächentemp.) ausgewählt werden.

Weitere Auskünfte kann auch die Prüf- und Zertifizierstelle für Bauteile, Maschinen, Geräte und Schutzsysteme im Ex-Schutz (Dekra Exam GmbH) geben.
 


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