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Stichworte: Ist generell bei Arbeiten im Labor während der gesamten Arbeitszeit eine aufsichtsführende Person erforderlich?

Frage:

Aufgrund von gleitenden Arbeitszeiten ist in einem chemischen Untersuchungsamt nicht immer eine für den Arbeitsschutz verantwortliche Person (z.B. Labor- oder Abteilungsleiter) vor Ort.

Ist generell bei Arbeiten im Labor während der gesamten Arbeitszeit eine aufsichtsführende Person erforderlich oder genügt es, wenn z.B. bei gefährlichen Arbeiten die Anwesenheit bzw. Erreichbarkeit einer zweiten Peron (z.B. ausgebildete MTA) gewährleistet ist ?


Antwort :

Einzelarbeit ist aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht zulässig, wenn bestimmte Randbedingungen eingehalten werden.

Mit § 8 (2) DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" wird der Arbeitgeber bei der Ausführung einer "gefährlichen Arbeit" in Alleinarbeit verpflichtet, über die allgemeinen Schutzmaßnahmen hinaus für geeignete technische oder organisatorische Personenschutzmaßnahmen zu sorgen. Zur Bewertung und Festlegung von Maßnahmen bei der Alleinarbeit sind z. B. die Ausführungen der DGUV Regel 112-139 (bisher: BGR/GUV-R 139) zu beachten.
(Das berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerk finden Sie unter http://publikationen.dguv.de.)

Für welche Arbeitsbereiche weitergehende Maßnahmen getroffen werden müssen, muss letztlich die Gefährdungsbeurteilung ergeben. Zur Konkretisierung der Gefährdungsbeurteilung, wann eine Gefährdung bzw. eine gefährliche Arbeit vorliegt, siehe die Ausführungen zum § 8 der DGUV Regel 100-001 "Grundsätze der Prävention". Danach sind z. B. Arbeiten in gasgefährdeten Bereichen oder der Umgang mit besonders gefährlichen Stoffen in Laboratorien als gefährlich genannt.

Sofern die Gefährdungsbeurteilung auf Basis der o.g. Informationen (Insbesondere der DGUV Regel 112-139 Kapitel 3.3.1.4 "Risikobeurteilung") ein akzeptables Risiko (z.B. Risikowert kleiner 30 nach DGUV Regel 112-139) ergibt sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Ist der ermittelte Wert größer 30 so sind weitere technische und organisatorische Maßnahmen nötig.
 


Dialognummer: 5826
Stand: 04.11.2015

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