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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Technische Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Darf bei einem Orthopäden, der kleinere chirurgische Eingriffe durchführt, die Instrumentenaufbereitung/Sterilisation im Eingriffsraum stattfinden?

Frage:

Darf bei einem niedergelassenem Orthopäden, der kleinere chirurgische Eingriffe (ambulante OP) durchführt, die Instrumentenaufbereitung/Sterilisation im Eingriffsraum stattfinden? Oder ist dafür zwingend ein separater Sterilisationsraum vorgeschrieben?

Antwort :

Nach der Biostoffverordnung sind Tätigkeiten in Abhängigkeit der von ihnen ausgehenden Gefährdungen einer Schutzstufe zuzuordnen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen festzulegen. Dabei müssen neben den allgemein vorhandenen Infektionsgefährdungen die in bestimmten Bereichen vorhandenen spezifischen Gefährdungen berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass die konkrete Expositionssituation für den einzelnen Beschäftigten vom Arbeitsbereich und den von ihm ausgeführten Tätigkeiten abhängt.

Bei der Reinigung gebrauchter Instrumente handelt es sich in der Regel um Tätigkeiten der Schutzstufe 2 (Ziffer 7.1 der Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" GUV R-250 und gleichnamige TRBA 250):
"Die Desinfektion und Reinigung der Instrumente sollte vorzugsweise im geschlossenen System eines Automaten erfolgen, um Verletzungs- und Kontaminationsgefahren zu minimieren und um die Versicherten vor Kontakt mit dem Desinfektionsmittel zu schützen. Dabei sollte ein vorheriges Umpacken der verschmutzten Instrumente durch organisatorische und technische Maßnahmen vermieden werden.
Manuelle Reinigungsarbeiten verschmutzter Instrumente sind zu minimieren. Sollte eine manuelle Aufbereitung der Instrumente notwendig sein, so hat sie in einem separaten Aufbereitungsraum zu erfolgen, der gut lüftbar sein muss und nicht zu anderen Zwecken der offenen Lagerung, des Umkleidens oder als Sozialraum genutzt werden darf."

Siehe auch Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI)  „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums“, Bundesgesundheitsblatt Heft 4, 2002, S. 395–411 und „Anforderungen an die Hygiene, an die baulich-funktionelle Gestaltung und apparative Ausstattung von Endoskopieeinheiten“, Bundesgesundheitsblatt 2002, S. 412–414. Danch wird ausgeführt, dass "zur Aufbereitung von Endoskopen - unabhängig vom angewandten Aufbereitungsverfahren - ein vom Untersuchungsraum separater Aufbereitungsraum erforderlich ist (Kategorie IB)."

In der Leitlinien zur Hygiene in Klinik und Praxis (Hygieneanforderungen im Rahmen der Qualitätssicherung beim ambulanten Operieren; Nr. 029/014)  des Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF wird explizit die Trennung der Räume aufgegriffen (http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/029-014.htm)

"Die Instrumentenaufbereitung einschließlich der Sterilisation darf keinesfalls in Operations- oder Eingriffsräumen stattfinden, sondern ist nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts und den Vorschriften der Berufsgenossenschaften in einem ausschließlich dafür vorgesehenen Raum durchzuführen."

Siehe auch die Informationen auf der Homepage des Bundesverbandes für ambulantes Operieren e.V. (http://www.operieren.de/content/e142/e3359/e3363/index_ger.html)

Stand: Juni 2007


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