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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen
Stichworte: Diverse Fragen zu einem Holzhackschnitzelsilo und den Holzhackschnitzeln

Frage:

Ich habe einige Fragen zu einem Silo für Holzhackschnitzel.

a) Bilden Holzhackschnitzel "Gärgase" aus?

b) Wie kann das Entfernen von Anbackungen, die bis zu 0,8 m dick sein können, sicher gestaltet werden? Das Silo ist in ein altes Scheunengebäude integriert worden und als Hochsilo ausgeführt, Grundmaß 4 x 4 m, Höhe 7 m, Zugang nur von unten über eine Öffnung von 2 x 2 m. Obere öffnung ca. 0,6 x 0,6m.

c) Die Holzhackschnitzel werden mit einem alten Heugebläse ins Silo geblasen. An dem Gebläse wurden diverse Veränderungen bezüglich der Ansaugerhöhung vorgenommen.
Frage: Wie sind diese Veränderungen rechtlich zu werten?

d) Gibt es Erkenntnisse über Gesundheitsgefahren im Umgang mit Holzhackschnitzeln? (Feuchtigkeit >20%)?



Antwort :

zu Teil a)
Die biologische Aktivität innerhalb eines Lagers für Holzhackschnitzel hängt stark von Temperatur, Feuchtigkeit und pH-Wert ab. Frische Hackschnitzel haben ca. 50-60% Wassergehalt und sind daher biologisch sehr aktiv, dies zeigt sich insbesondere durch einen Temperaturanstieg innerhalb eines Hackschnitzellagers innerhalb der ersten 40-60 Tage. Als Abbauprodukte durch Mikroorganismen entstehen hauptsächlich Wasser und Kohlendioxid, nur unter Luftabschluss könnten sich theoretisch auch Faulgase bilden. Erst bei Wassergehalten unter 20% wird die biologische Aktivität stark gehemmt. Ein niedriger Wassergehalt ist Vorraussetzung für eine sachgerechte Lagerung und die anschließende Verbrennung.

zu Teil b)
Das Befahren eines Silos, bei dem die Gefahr des Versinkens im Schüttgut besteht, ist nur mit Hilfe einer Silobefahreinrichtung zulässig. Nähere Regelungen dazu sind in der berufsgenossenschaftlichen Regel - BGR 117-1 Behälter, Silos und enge Räume - Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen angeführt.

zu Teil c)
Bei dem Heugebläse handelt es sich um eine Maschine im Sinne der Maschinenverordnung – 9. GPSGV. Das Heugebläse muss den zum Zeitpunkt des ersten Inverkehrbringens geltenden Sicherheitsbestimmungen, mindestens aber den Mindestvorschriften für Arbeitsmittel gemäß Anhang 1 der Betriebssicherheitsverordnung entsprechen (siehe auch KomNet-Dialog 4941).
Wird das Gebläse wesentlich verändert, übernimmt derjenige, der die Änderungen vornimmt, die Herstellerverantwortung im Sinne des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes - GPSG und muss die Konformität für die geänderte Maschine neu aussprechen. Hierbei kann es sich im Einzelfall um ein sehr aufwendiges Verfahren handeln, welches ohne entsprechendes Fachwissen kaum zu leisten ist. Ob es sich um eine wesentliche Änderung handelt, ist im jeweiligen Einzelfall zu beurteilen. Eine Klärung mit dem Hersteller und/oder der zuständigen Marktaufsichtsbehörde wird empfohlen.

zu Teil d)
Bei der Hackschnitzellagerung ist mit der Besiedlung durch Pilze zu rechnen. Auch nach der Reduzierung des Wassergehaltes ist insbesondere noch mit der Anwesenheit von Pilzsporen zu rechnen, die allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen auslösen können. Auf die Mindestanforderungen der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe – TRBA 500 weisen wir hin.

Auf die Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten weisen wir hin.


Dialognummer: 5745
Stand: 20.08.2009

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