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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Explosionsschutzdokument

Frage:

Wie muss ich Sauerstoff im Explosionsschutzdokument berücksichtigen?

Antwort :

Der Arbeitgeber muss nach § 6 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV ein Explosionsschutzdokument erstellen, wenn ein explosionsgefährdeter Bereich im Sinne des § 2 Abs. 10 BetrSichV  vorliegt. Ob ein solcher explosionsgefährdeter Bereich vorliegt, muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln.

Voraussetzung für die Entstehung einer Explosion ist, dass brennbare Stoffe im Arbeits- bzw. Produktionsprozess vorhanden sind. Das heißt, dass mindestens eine brennbare Substanz als Ausgangs- bzw. Hilfsstoff eingesetzt wird, als Rest-, Zwischen- oder Endprodukt entsteht oder bei einer betriebsüblichen Störung gebildet werden kann.

Die Basis der Gefährdungsbeurteilung im Explosionsschutz stellen die allgemeinen betrieblichen sowie die stoffbezogenen Angaben dar. Sicherheitsrelevante Betriebsbedingungen sollten bei den Verfahren angegeben werden, die z. B. bei Überdruck oder erhöhter Temperatur ablaufen.

Es sind neben den im Raum „frei“ befindlichen Stoffen auch jene mit anzugeben, die sich in Anlagen/Behältern usw. befinden (und somit ggf. in den Raum / die Umgebung austreten können).

Brennbare Gase und Flüssigkeiten sowie einige brennbare Stäube sind in einem Gefahrstoffverzeichnis aufgeführt. Dieses Gefahrstoffverzeichnis kann als Basis verwendet werden. Es sollte jedoch um die explosionstechnischen Kennzahlen erweitert werden. Die explosionstechnischen Kennzahlen sind den Sicherheitsdatenblättern der Hersteller zu entnehmen oder vom Hersteller abzufragen. Explosionstechnische Kennzahlen können auch dem Tabellenwerken oder Datenbanken im Internet entnommen werden (http://www.gefahrstoffe-im-griff.de/8.htm).  

Alle brennbaren Gase, die im Betrieb (oder Betriebsbereich) vorhanden sind, sind anzugeben (einschließlich des Gases der öffentlichen Gasversorgung).  Es sind alle Flüssigkeiten anzugeben, die brennbar sind, unabhängig vom Flammpunkt und der Verarbeitungsart. Es sind alle brennbaren Stäube anzugeben, die gelagert oder verarbeitet werden einschließlich der ungewollt anfallenden Stäube (Abrieb). Hierzu zählen alle organischen Stäube, aber auch Metallstäube von z. B. Aluminium, Bronze, Eisen und Magnesium.

Ist das Zusammentreffen der genannten brennbaren Stoffe mit brandfördernden Gasen (z. B. Sauerstoff, Chlor) möglich, so sind diese ebenfalls anzugeben und zu bewerten. Das Vorhandensein brandfördernder Gase vergrößert die Explosionsgefahr (z. B. durch Absenkung der Mindestzündenergie).
 


Dialognummer: 5736

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