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Stichworte: Welche Expositionsszenarien müssen angegeben werden?

Frage:

Meine Frage betrifft die anzugebenen Expositionsszenarien. Nach welchen Kriterien müssen Szenarien erstellt werden (muss hierbei der „worst case“ betrachtet werden oder sind die Expositionen im „Normalbetrieb“ zu betrachten)?
Z.B. beim Schmelzen von Cd-haltigen Werkstoffen. Da die beim Schmelzen entsehenden Schadstoffe mittels Filtertechnik aus der Luft abgetrennt werden, könnte man sich die Untersuchungen der Giftigkeit über den Luft-, Boden- und Wasserpfad sparen.

Antwort :

Das Konzept der Ausgestaltung von Expositionsszenarien wird z.Zt. im REACH Implementation Project (RIP) 3.2-2 entwickelt. Da es sich um ein laufendes Vorhaben handelt, können noch keine abschließenden Aussagen getroffen werden. Hinweis: Mittlerweile ist der Wegweiser zu den Leitlinien zu den Informationsanforderungen und zur Stoffsicherheitsbeurteilung verfügbar. Grundsätzlich wird ein stufenweises Vorgehen angestrebt, nach dem in der ersten Stufe ein breit angelegtes Szenario definiert werden kann. Dieses (vorläufige) Szenario (tentative scenario) wird in der Regel vom Importeur oder Hersteller erstellt und umfasst die dem Importeur oder Hersteller bekannten Anwendungen (identified uses). Wenn ein nachgeschalteter Anwender (downstream user) den Stoff unter den im Szenario berücksichtigten Rahmenbedingungen einsetzt, besteht für diesen kein weiterer Handlungsbedarf. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der entsprechende DNEL-Wert niedriger ist als der Expositionswert. Ist das nicht der Fall, findet ein so genanntes „refinement“ statt, bei dem das Szenario verfeinert und den realen Bedingungen angepasst wird. Diese Anpassung kann beliebig häufig wiederholt werden. In den technischen Dokumenten wird hierzu ein Format vorgegeben, ebenso wie der Sicherheitsbericht (CSR) nach einem Format aufgebaut wird. Das Expositionsszenario ist dann nicht mehr vorläufig, sondern endgültig und wird Bestandteil des Sicherheitsdatenblattes.
Wichtige Bestandteile des Szenario sind z.B.
- Name (Kurzbezeichnung) des Szenario
- Kurzbeschreibung
- Häufigkeit der Anwendung
- Dauer der Anwendung
- Menge der Anwendung
- physikalisch-chemische Eigenschaften
- Anwendung geeigneter Risiko-Minderungsmaßnahmen
- Anwendung am Arbeitsplatz oder im Verbraucherbereich, bzw. Umweltszenario
- Produktspezifikationen Anwendungsvorschriften
- Entsorgung
Der Zugang zum REACH-Net – Beratungsservice findet sich unter der Internetadresse
www.reach-net.com. Dort kann jeder online in der REACH-Wissensdatenbank recherchieren und - nach einer einfachen, persönlichen Anmeldung - auch neue Fragen an den REACH-Expertenverbund stellen. Dort werden auch die veröffentlichte REACH-Verordnung 1907/2006 (EU-ABl. L 396 vom 30.12.2006) und begleitende Rechtsakte angeboten.
Stand: August 2007
(Basis: cc9718)


Dialognummer: 5721
Stand: 21.09.2009

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