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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Frage:

Wie kann oder darf man eine schwangere Angestellte in einem Krankenhauslabor beschäftigen? Welche Tätigkeiten sind möglich, welche nicht, worauf muß geachtet werden?

Antwort :

Hinweise gibt die Broschüre ”Mutterschutz in medizinischen Laboratorien” von der Arbeitsschutzverwaltung NRW.

Auszüge: Beschäftigungsverbote
Für die Tätigkeit der schwangeren Arbeitnehmerin in medizinischen Laboratorien ergeben sich nach den verschiedenen Bestimmungen (Mutterschutzgesetz - MuSchG, Mutterschutzrichtlinienverordnung - MuSchRiV, Röntgenverordnung - RöV, Strahlenschutzverordnung - StrlSchV, Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) die folgenden Beschäftigungsverbote bzw. Tätigkeitseinschränkungen.

Diese gelten für alle Schwangeren, unabhängig von ihrer Berufsbezeichnung.

1. Individuelles Beschäftigungsverbot, wenn nach ärztlichem Zeugnis bei Fortdauer der Tätigkeit Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind gefährdet sind (§ 3 Abs. 1 MuSchG).
2. Verbot der Nachtarbeit zwischen 20.00 und 06.00 Uhr (§ 8 Abs. 1 MuSchG).
3. Verbot der Mehrarbeit, d. h. Arbeitszeiten von mehr als 8 ½ Stunden pro Tag bzw. 90 Stunden pro Doppelwoche (§ 8 Abs. 1 u. 2 MuSchG).
4. Verbot der Sonntags- und Feiertagsarbeit (§ 8 Abs. 1 MuSchG).
Die Punkte 2-4 gelten auch für Bereitschafts-, Ruf- und Notdienste.
5. Verbot des Aufenthalts im Kontrollbereich beim Einsatz von ionisierenden Strahlen (§ 4 Abs. 1 MuSchG, 22 RöV).
6. Verbot des Umgangs mit offenen radioaktiven Substanzen und eventuell damit behandelten Patienten (§ 56 StrlSchV, § 4 Abs. 1 MuSchG).
7. Verbot der Beschäftigung mit sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen (z. B. Formaldehyd, bzw. weitere Reagenzien und Färbemittel) wenn der Grenzwert überschritten wird (§ 4 Abs. 1 MuSchG, § 5 Abs. 1 Nr. 1 MuSchRiV).

Beim Umgang mit Krebs erzeugenden, Fruchtschädigenden oder Erbgut verändernden (z. B. Zytostatika) Stoffen wird zwischen werdenden und stillenden Mütter unterschieden: werdende Mütter dürfen diesen Stoffen nicht ausgesetzt sein, für stillende Mütter gilt, dass der Grenzwert nicht überschritten werden darf (§ 4 Abs. 1 MuSchG, § 5 Abs. 1 Nr. 1 MuSchRiV).

Das bedeutet im einzelnen das Verbot folgender Tätigkeiten:

- Annehmen, Auspacken und Vorbereiten des Untersuchungsmaterials zur Durchführung der endgültigen Untersuchung,
- Zentrifugieren von Blut,
- Umschütten des Plasmas, Serums nach der Zentrifugation,
- Blutabnahmen (z.B. kapillär zur Blutzuckerbestimmung),
- Anfertigen von Blutausstrichen,
- Untersuchung von Stuhl, Liquor, Sputum etc.,
- Reinigen von Analysegeräten.

Folgende Tätigkeiten dürfen Schwangere bei Einhaltung von geeigneten Schutzmaßnahmen an separaten Arbeitsplätzen durchführen, sofern es sich nicht um Material von infizierten oder infektionsverdächtigen Patienten handelt: 

- Urinuntersuchungen, 
- Bearbeitung von Seren (mittels Pipetten) an automatischen Analysegeräten, 
- Differenzierung von Blutausstrichen, Färben unter Beachtung von Punkt 7.

Die strikte Einhaltung arbeitshygienischer Maßnahmen und das Tragen geeigneter persönlicher Schutzkleidung ist zwingende Voraussetzung für den Einsatz Schwangerer im Laborbereich.

Für den Fall, dass Schutzimpfungen erforderlich sind (z.B. Hepatitis-B, Röteln), muß vor einem Einsatz Schwangerer ein ausreichender Titer nachgewiesen werden.

 
Hinweis: "Mutterschutz in medizinischen Laboratorien" wurde zurückgezogen, ist hier aber noch erhältlich: http://www.uni-osnabrueck.de/A-GMDokumente/TIPP_MuSch_med_Laboratorien_NRW_2008.pdf .


Dialognummer: 57
Stand: 11.03.2013

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