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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Welche Anforderungen werden an Filter für Absaugeinrichtungen an Handlötplätzen gestellt?

Frage:

Der Einsatz von bleifreiem Lot an Handarbeitsplätzen ersetzt nicht die notwendige Absaugung.
Es sind in der Absagung jedoch Filter zu montieren, wenn die abgesahúgte Luft wieder in den Raum zurückgeführt wird.
Wie haben diese Filter auszusehen. Reichen Aktivkohlefilter oder sind höhere Maßnahmen notwendig?

Antwort :

 

Die chemische Zusammensetzung der Rauche beim Löten ist von den eingesetzten Flussmitteln und Loten abhängig. Beim Löten sind u. a. Flussmittel auf der Basis von Borverbindungen, Chloride, Fluoride, Phosphate sowie Silikate üblich. Beim Weichlöten sind Flussmittel der Gruppen 1, 2 und 3 im Einsatz (siehe DIN 29454-1).
Beim eigentlichen Lötvorgang bilden sich hierbei thermische Zersetzungsprodukte. Wesentlich für die Freisetzung von Feinstäuben ist die Zusammensetzung des Lotes; üblich ist eine Freisetzung von Allgemein-Staub und Metalloxyden.
Unter Berücksichtigung des Lotes und des Flussmittels ist eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen (§ 7 Gefahrstoffverordnung). Ferner ist die Luftführung an den Handlötarbeitsplätzen von größter Wichtigkeit. Die beim Löten entstehenden Gefahrstoffe dürfen nicht in den Arbeitsbereich der Arbeitnehmer gelangen. Auch ist die Abluft, die in den Arbeitsraum zurückgeführt wird sowie die lüftungstechnische Maßnahme des gesamten Arbeitsraumes, bei der Gefährdungsbeurteilung zu betrachten.
Es wird darauf hingewiesen, dass abgesaugte Luft bei CMR-Stoffen der Kategorie 1 oder 2 nicht in den Arbeitsraum zurückgeführt werden darf (§ 11 Abs. 4 Gefahrstoffverordnung).
Je nach Zusammensetzung des Lotes sowie des Flussmittels sind Partikelfilter (Vorabscheider z.B. Filterklasse F5/F 7 und Feinabscheider, Filterklasse H 13) mit nachgeschaltetem Aktivkohlefilter geeignet. Bei Löttätigkeiten kann zur Expositionsbeurteilung am Arbeitsplatz die Ermittlung der Konzentration der jeweiligen Leitkomponente ausreichend sein.
Wesentlich ist, die Effektivität der Filteranlage einer Wirksamkeitsprüfung zu unterziehen (Messung). Weiter ist die Standzeit der Filter zu ermitteln bzw. eine Filterbelegungsanzeige als technische Lösung sinnvoll. Auf folgende Technische Regeln, die als Erkenntnisquelle dienen können, weisen wir hin:
- BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“, Kapitel 2.26 „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ ,
- BGR 220 „Schweißrauche“,
- BGI 616 „Gefährdung durch Schweißrauche“.

Detaillierte Informationen zu bleifreiem Lot  finden Sie auch unter den Internetadressen: http://ak-bleifrei.izm.fraunhofer.de und http://www.europeanleadfree.net.
 


Dialognummer: 5697
Stand: 04.05.2007

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