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Stichworte: Wird durch REACH die Anzahl an Tierversuchen steigen oder werden alternative Ermittlungsmodelle angewendet?

Frage:

Ist durch REACH und die erforderliche Datenermittlung und -bewertung zu erwarten, dass die Anzahl der Tierversuche steigen wird? Oder werden vorzugsweise alternative Ermittlungsmodelle, die ausreichend validiert sind, angewendet?
Ist eine entsprechende Regelung in der REACH-Verordnung gegeben oder bestimmt sich dies nach dem Tierschutzgesetz bzw. der Europäischen Regelungen zum Tierschutz?

Antwort :

Nach REACH soll auf Tierversuche, wenn irgend möglich, verzichtet werden. Die Informationen sind durch alternative Methoden zu gewinnen. Die Methoden sind regelmäßig zu überprüfen und zu verbessern.
Der Verzicht auf Datenerhebungen, insbesondere durch Tierversuche, wenn auf andere Weise geeignete Daten gewonnen werden können bzw. geeignete Risikomaßnahmen auch ohne diese Daten möglich sind, wird mit "Waiving" bezeichnet.
Die Waiving-Bestimmungen sind im Artikel 13 der REACH-Verordnung festgelegt, wobei zu den Voraussetzungen für Waiving auf Anhang XI bzw. auf die Spalten 2 der Anhänge VII bis X verwiesen wird.
Das Waiving-Konzept ist nicht erst mit REACH aufgekommen. Ähnliche Regelungen gab es im EG-Chemikalienrecht auch bisher schon, so zum Beispiel in der Biozid-Richtlinie und in der Pflanzenschutzmittel-Richtlinie.
Die Agentur prüft gemäß Artikel 40 alle Versuchsvorschläge, die in einem Registrierungsdossier oder in der Mitteilung eines nachgeschalteten Anwenders zur Einreichung der Informationen gemäß den Anhängen IX und X für einen Stoff enthalten sind. Handelt es sich um Versuchsvorschläge, die Tierversuche beinhalten, werden diese auf der Website der Agentur veröffentlicht. Dann können Dritte innerhalb von 45 Tagen wissenschaftlich fundierte Informationen und Studien dazu vorlegen. Nach maximal 180 Tagen entscheidet die Agentur über die Durchführung der Tierversuche.
Der Zugang zum REACH-Net – Beratungsservice findet sich unter der Internetadresse
www.reach-net.com. Dort kann jeder online in der REACH-Wissensdatenbank recherchieren und - nach einer einfachen, persönlichen Anmeldung - auch neue Fragen an den REACH-Expertenverbund stellen. Dort werden auch die veröffentlichte REACH-Verordnung 1907/2006 (EU-ABl. L 396 vom 30.12.2006) und begleitende Rechtsakte angeboten.
Stand: Juli 2007
(Basis: cc9151)


Dialognummer: 5672
Stand: 22.09.2009

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