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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen > Lagerung von Gefahrstoffen
Stichworte: Wie hoch dürfen IBC-Behälter mit Gefahrstoffen in einem Hochregallager gelagert werden?

Frage:

In einem Hochregallager werden IBC-Behälter mit flüssigen Stoffen gelagert.
Sie beinhalten keine entzündlichen Stoffe, sondern reizende und gesundheitschädliche Stoffe sowie Laugen und Säuren.
Unter dem untersten Lagerregal steht eine Auffangwanne.

Meine Fragen dazu:
Wie hoch darf ich die IBC-Behälter lagern (d.h. wieviel Regalreihen übereinander)? Die Behälter stehen nicht aufeinander, sondern in Regalen auf einer Palette.
Wie groß muss die Aufnahmekapazität der Auffangwanne bei mehreren Regalen mit Behältern übereinander gewählt werden?

Antwort :

Die einzulagernde Menge und Höhe dürfte sich unseres Erachtens aus den Genehmigungsbescheiden oder ggf. aus der Baubescheinigungen ergeben.
Grundsätzlich müssen Gefahrstoffe so gelagert werden, dass sie die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht gefährden (§ 8 Abs. 6 der Gefahrstoffverordnung).
Im Einzelfall sind bei den Anforderungen an die Lagerung dann auch die Mengen, die Konzentration und mögliche Reaktionen im Schadensfall zu berücksichtigen. Dies muss anhand einer Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung erfolgen. Hierfür sollen die Sicherheitsdatenblätter oder Auszüge aus Stoffdatenbanken herangezogen werden, die explizit auch ein Kapitel über die Aufbewahrung und Lagerung beinhalten (Siehe:
).
www.gefahrstoffe-im-griff.deInsbesondere bei der Lagerung größerer Gebinde sind zusätzlich die Bestimmungen für den Boden- und Gewässerschutz zu beachten. Der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen ist in der VAwS - "Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe" vom 20. März 2004 (http://www.lua.nrw.de/wasser/gesetze.htm) geregelt. Wir empfehlen für weitergehende Fragen sich direkt an die zuständige untere Wasserbehörde der Kommune zu wenden.
Bei der Lagerung von Gefahrstoffen sind mehrere Fragen zu klären, die Einfluss auf die Lagermenge insgesamt und pro Lagerebene haben:
- mit welcher Einrichtung ist der Lagerraum wie ausgesattet (Auffangwannen, Brandschutz, Gaswarngeräte, etc.)
- sonstige Nutzung des Hochregallagers?
- benachbarte Räume / Gebäude und deren Schutzabstände
- Art der Ein- und Auslagerung (Zwangsgeführte Regalbediengeräte oder frei fahrende Flurförderzeuge)?
- Personenschutz beim Lagern; siehe dazu den Leitfaden der Großhandels- und Lagerei-BG unter
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/i-5160.pdf .

Zu beachten sind folgende Gesichtspunkte:
- Zusammenlagerungsverbote: Es dürfen z.B. keine Säuren mit Laugen im gleichen Auffangbereich einer Auffangwanne gelagert werden. Es gibt als technische Regel beispielsweise das Zusammenlagerungskonzept des VCI.
- Die Auffangwanne muss den gesamten Inhalt aller in ihr gelagerten IBC aufnehmen können.
- Der Brandschutz muss mit dem Lagerkonzept einverstanden sein (brennbare Paletten). Davon hängt auch die zulässige Länge der Flucht- und Rettungswege ab.
- Die Lüftung muss auf die Lagerverhältnisse abgestimmt sein.
- Wenn die Oberkante des Lagergutes eine bestimmte, je nach Bundesland andere, Höhe überschreitet, wird die Regalanlage selbst baugenehmigungspflichtig.

 

Die Bauordnung der einzelnen Bundesländer ist zu beachten. Anforderungen an Baustoffe, Wände, Decken, Fenster, Treppen und Türen, Flucht- und Rettungswege, Umwehrungen, Lüftungsanlagen, Brand- und Blitzschutzeinrichtungen sowie erforderliche Genehmigungen können sich aus der Landesbauordnung ergeben.

 

Neben baurechtlichen und arbeitsschutzrechtlichen Forderungen müssen Sie auch die Anforderungen ihres Sachversicherers erfüllen.

Wegen den zahlreichen Möglichkeiten empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Arbeitsschutzverwaltung (-> Arbeitsschutz in......) und der Abteilung für den vorbeugenden Brandschtuz bei den Bauordnungsämtern. 


Dialognummer: 5616
Stand: 23.06.2009

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