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Nutzerpfad: Sichere Chemikalien > Registrierung > Registrierungspflichtige Stoffe
Stichworte: Wie geht man mit Stoffen um, die sowohl als Pulver als auch als Einbindung in Matrixmaterialien verkauft werden?

Frage:

Der von uns hergestellte Stoff Strontiumhexaferrit wird sowohl als gesinterte Formkörper als auch als Pulver für die Einbindung in verschiedene Matrixmaterialien verkauft. Beide Verkaufsformen haben etwas unterschiedliche Eigenschaften, aber die chemische Zusammensetzung ist absolut identisch. Kann ich mir aussuchen, mit welcher Verkaufsform ich die zur Registrierung notwendigen Tests durchführe?

Antwort :

REACH beschäftigt sich mit Stoffeigenschaften. In diesem Sinne wird das toxische Potential des Stoffes Strontiumhexaferrit ermittelt. Die toxischen Eigenschaften sind im ersten Schritt unabhängig von der Größe der Teilchen. Nur für Eigenschaften wie die Lungengängigkeit und die damit zusammenhängende Klassifizierung in (un)gefährlich beim Einatmen wird die Korngröße ein wichtiger Faktor. Die vorgeschriebenen Tests werden bei Feststoffen normalerweise in Pulverform durchgeführt.
Die Antwort lautet also nein. Sie müssen Strontiumhexaferrit in einer Form zur Verfügung stellen, in der auch die nach REACH geforderten Untersuchungen möglich sind.
Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Abgrenzung zwischen Erzeugnis- und Stoffeigenschaften. Ein Erzeugnis (Artikel 3 Nr. 3) liegt dann vor, wenn die Eigenschaften durch die äußere Form und nicht durch die Stoffeigenschaften bestimmt werden. In Ihrem Fall könnte das für die gesinterten Formkörper gelten, sofern sie unverändert in der gelieferten Form zum Einsatz kommen. Erzeugnisse sind von der Registrierungspflicht ausgenommen, so sie nicht Stoffe enthalten, die freigesetzt werden können (Artikel 7).
Sie sollten mit Ihren nachgeschalteten Anwendern diskutieren, inwieweit Mensch und Umwelt durch die Anwendung Ihres Stoffes belastet werden können. Dies gilt spezifisch bezogen auf die jeweilige Anwendung. Da Sie als Stoffproduzent oft nur unzureichend die Verfahren Ihrer nachgeschalteten Anwender kennen, sollten diese Ihnen die möglichen Expositionswege mitteilen.
In Matrixmaterialien wird Ihr Stoff mit hoher Sicherheit nicht freigesetzt werden. Gleiches scheint uns auch für die Anwendung in Elektromotoren zu gelten.
Sie können natürlich nicht ausschließen, dass Endverbraucher Ihren Stoff unsachgemäß behandeln, aber das liegt auch nicht im Einflussbereich des Herstellers. Sie sind nur gehalten, die Regelverwendung zu beleuchten und gegebenenfalls von bestimmten Anwendungen abzuraten bzw. auf die Gefahren des Stoffes aufmerksam zu machen.
Der Zugang zum REACH-Net – Beratungsservice findet sich unter der Internetadresse www.reach-net.com
. Dort kann jeder online in der REACH-Wissensdatenbank recherchieren und - nach einer einfachen, persönlichen Anmeldung - auch neue Fragen an den REACH-Expertenverbund stellen. Dort werden auch die veröffentlichte REACH-Verordnung 1907/2006 (EU-ABl. L 396 vom 30.12.2006) und begleitende Rechtsakte angeboten.
Stand: Juni 2007
(Basis: cc9667)


Dialognummer: 5611
Stand: 23.09.2009

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