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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube
Stichworte: Wann sind an Schweißarbeitsplätzen Absaugungen einzusetzen?

Frage:

Unser Schweisser ist etwa zu 30 % seiner Arbeitszeit in seinem Schweissraum(40 m²,3 m hoch,1 Seite offen zur übrigen Werkstatt) mit der Bearbeitung von V4A-Werkstücken tätig (WIG-Verfahren, Formiergas Argon). Da er auch lange Rohrstücke schweißt, ist eine gezielte Schweissrauchabsaugung schwer umzusetzen und auch nicht installiert! Zudem ist in der übrigen Zeit, wenn er in den Produktionsstätten schweißt, eine Absaugung auch nicht möglich!
1.Ist in dem Schweissraum eine Absaugung zwingend vorgeschrieben?
2.Wie kann sich der Mitarbeiter die übrige Zeit in der Produktion schützen?

Antwort :

Je nach Legierungsanteil unterscheidet man Stähle in:
- hochlegierte Stähle mit in der Summe von mindestens 5 Gewichtsprozenten an Legierungselementen wie Chrom und Nickel. Dazu zählen auch die V4A-Stähle.
- un- bzw. niedriglegierte Stähle. Solche haben weniger als 5 Gewichtsprozente an Legierungselementen .

Beim Schweißen von Stählen werden partikelförmige Stoffe freigesetzt, wobei es sich bei den hochlegierten Stählen u.a. um Nickeloxide und Chromate handelt, die als krebserzeugend eingestuft sind (K1/K2).
Ausführliche Erläuterungen zum Thema Schweißrauche sind in der BGR 220 zu finden. Nach der BGR 220 hängen Art und Menge der beim Schweißen freigesetzten Stoffe wesentlich vom Schweißverfahren und von den eingesetzten Zusatzstoffen ab. Beim Schutzgasschweißen mit hochlegiertem Schweißdraht ist z. B. die Freisetzung von krebserzeugenden Anteilen (Chromate) im Rauch wesentlich geringer als beim Lichtbogenhandschweißen mit umhüllten hochlegierten Stabelektroden.
Werden hingegen Nickelbasiswerkstoffe oder Reinnickel als Schweißzusatz verwendet, ist die Freisetzung von krebserzeugenden Anteilen (Nickeloxid) im Schweißrauch beim Lichtbogenhandschweißen geringer als beim MIG/MAG-Schweißen.
Beim WIG-Schweißen mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden enthält der Schweißrauch geringfügige Anteile an radioaktiven Stoffen. Diese sind beim Schweißen mit Gleichstrom wesentlich niedriger als beim Schweißen mit Wechselstrom (Ziffern 6.1.3 – 6.1.5 BGR 220).

Die Gefahrstoffverordnung – GefStoffV fordert beim Umgang mit krebserzeugenden Stoffen grundsätzlich die Einhaltung der Schutzmaßnahmen (§§ 7-10 GefStoffV).
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (§ 6 GefStoffV) muss geklärt werden, ob eine technische Lüftung der Räumlichkeiten ausreichend, oder aber eine Absaugeinrichtung nötig ist. Dazu ist in der BGR 220 ein Schutzmaßnahmenkonzept erläutert, mit dem diese Frage vor Ort auf Grundlage der zu ermittelnden konkreten Belastung geklärt werden kann. Speziell für die Gefährdungsbeurteilung von Wolfram-Inert-Gas-Schweißarbeitsplätzen hat der berufsgenossenschaftliche Fachausschuss "Metall und Oberflächenbehandlung" die BGI 790-012 veröffentlicht.

Für die technische Realisierung von Absaugeinrichtungen sollten die von Herstellerfirmen angebotenen Vor-Ort-Beratungen genutzt werden. Diese bieten i.d.R. auch für das Absaugen von Schweißrauchen an ortsveränderlichen Arbeitsplätzen oder an Werkstücken mit größeren Abmaßen geeignete technische Lösungen an.

Allgemeine Informationen zum Schweißen und deren Belastungen können sie den Informationen des Fachausschusses "Metall und Oberflächenbehandlung" - Sachgebiet "Schweißen" unter  http://www.dguv.de/fb-holzundmetall/Sachgebiete/Oberfl%C3%A4chentechnik-und-Schwei%C3%9Fen/Schwei%C3%9Fen/index.jsp  entnehmen.

Das Regelwerk der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft / Unfallkasse) wird unter http://publikationen.dguv.de/ angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de (--> Rechtsvorschriftenund Datenbanken) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.



Dialognummer: 5543
Stand: 05.07.2013

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