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Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Sicheres Verhalten / Erkennen von Gefährdungen > Arbeiten mit Absturzgefahr
Stichworte: Bis zu welcher Höhe dürfen Frauen auf Leitern beschäftigt werden?

Frage:

Bis zu welcher Höhe dürfen Frauen auf Leitern beschäftigt werden?
Eine Vorgesetzte in unserem Unternehmen vertritt die Meinung, dass Frauen auf Leitern nicht höher steigen dürfen als ihre Körpergröße misst, um Arbeiten auszuführen. Bassiert diese Meinung auf irgendeiner Vorgabe?

Antwort :

Aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht ist eine geschlechtsspezifische Unterscheidung bei der Benutzung von Leitern nicht gegeben. § 4 Nr. 8 des Arbeitsschutzgesetzes bestimmt, dass mittelbare oder unmittelbare geschlechtsspezifisch wirkende Regelungen nur insoweit zulässig sind, wenn dies aus biologischen Gründen zwingend geboten ist.
Die Benutzung einer Leiter fällt unter den Regelungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung. Nach Anhang 2 Nr. 2.5 der BetrSichV bleibt die Benutzung eines Arbeitsmittels (Leiter) geeigneten, unterwiesenen oder beauftragten Beschäftigten vorbehalten. Die Nr. 5.3 des Anhangs 2 der BetrSichV enthält besondere Vorschriften für die Benutzung von Leitern. Die Leiter muss für die Tätigkeit geeignet und geprüft sein. Sie muss standsicher und sicher begehbar sein. Leitern müssen gegen Wegrutschen/Umstürzen gesichert sein. Das sichere Festhalten auf der Leiter muss auch möglich sein, wenn eine Last getragen werden muss.

Relevant sind neben der BetrSichV die Informationen der BGI 694 "Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten".

Ein differenzierte Beurteilung dürfte bei werdenden Müttern nötig sein. Diese stehen unter dem Schutz des 
Mutterschutzgesetz und der Mutterschutzverordnung. Der Arbeitgeber muss ggf. mit Unterstützung eines Arbeitsmediziners (Betriebsarztes) eine Gefährdungsbeurteilung für die Tätigkeit der Schwangeren durchführen. Dabei können generelle Beschäftigungsverbote greifen oder Beschäftigungsbeschränkungen getroffen werden, wie z.B. das Verbot der Benutzung von Leitern durch Schwangere.

Dialognummer: 5418
Stand: 04.03.2007

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