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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beleuchtung, Sichtverbindung
Stichworte: Wie wird der Tageslichteinfall in Büroräumen ermittelt? Was besagt der Tageslichtquotient?

Frage:

1. Im Regelwerk Arbeitsschutz bin ich bei dem Begriff "Tageslichteinfall in Büroräumen" auf eine Formel gestoßen, die ich gerne an Hand eines Beispiels genauer erläutert bekommen hätte.
2. Wie wird der "Tageslichtquotient" gemessen (z.B. mit Lux- Messgerät)?

Die Beleuchtung mit ausreichendem Tageslicht wird durch den Tageslichtquotienten charakterisiert. Danach sollen Arbeitsplätze in Büroräumen bis zu 50 m² einen mittleren Tageslichtquotienten von D = 1...10 % bei seitlicher Befensterung aufweisen, mindestens aber 1 % (siehe dazu DIN 5034). Der Tageslichtquotient ändert sich innerhalb des Raumes und nimmt mit zunehmender Entfernung von den Fenstern ab.

Hintergrund für meine Bitte ist die Einrichtung von Büroräumen in einem ehemaligen Großraumbüro, die durch unser Unternehmen angemietet werden sollen.
Dieser Raum wurde mittels eines Flurs in zwei Hälften geteilt, so das Büros mit und ohne Fenster entstanden sind. Damit die hinteren Büroräume überhaupt etwas Tageslicht abbekommen, hat mann denn eingefügten Flur beidseitig mit großflächigen Fenstern versehen. Damit wurde eine inndirekte Sichtverbindung sowie ein indirekter Tageslichteinfall geschaffen.

Antwort :

In der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV wird unter Ziffer 3.4 des Anhangs grundsätzlich gefordert: "Die Arbeitsstätten müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und mit Einrichtungen für eine der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten angemessenen künstlichen Beleuchtung ausgestattet sein."

Informationen zur Beleuchtung (künstlich und natürlich) von Arbeitsstätten und zur Messung bietet auch die LV 41 
"Handlungsanleitung zur Beleuchtung von Arbeitsstätten" des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik an. Dort werden Begriffe folgendermaßen definiert:
"Der Tageslichtquotient D ist das Verhältnis der Beleuchtungsstärke an einem Punkt im Innenraum (Ep) zur Beleuchtungsstärke im Freien (Ea) ohne Berücksichtigung des direkten Sonnenlichtes. D = Ea / Ep x 100 %. Die Beleuchtungsstärke E ist ein Maß für das auf eine Fläche auftreffende Licht (Quotient aus dem Lichtstrom und der Größe der Fläche, auf die er auftrifft). Die Beleuchtungsstärke wird in Lux (lx) gemessen."

Bei der Projektierung neuer Arbeitsräume ist von folgenden Grundsätzen auszugehen: "Arbeitsräume sollten so errichtet werden, dass möglichst ausreichend Tageslicht durch Fenster, Türen oder Oberlichter einfällt und eine Sichtverbindung nach außen gewährleistet wird. Voraussetzung dafür ist ein ausreichender Abstand zu benachbarten Gebäuden. Der Mindestabstand wird durch das Bauordnungsrecht der Länder geregelt. Tageslicht ist der künstlichen Beleuchtung vorzuziehen. Die Sehaufgabe kann mit Tageslicht bei gleichem Niveau der lichttechnischen Parameter leichter bewältigt werden. Arbeitsplätze sollten fensternah und unter Berücksichtigung der Sehaufgabe angeordnet werden. Reicht das Tageslicht nicht aus, dann ist zusätzlich künstliche Beleuchtung erforderlich, die für fensternahe und fensterferne Bereiche getrennt schaltbar sein soll. Siehe zur Sichtverbindung nach außen den 
Abschnitt H (Seite 22) der Leitlinien zur ArbStättV.

An Arbeitsplätzen in Büroräumen, kleinen Werkstätten und Arbeitsräumen mit ähnlichen Abmessungen sollte der Tageslichtquotient mindestens 1 % betragen.
Die Beleuchtungsstärke  bei Tageslicht ist im Freien deutlich höher als im Innenraum. Sie kann im Freien mittags im Sommer bei klarem Himmel ca. 100.000 lx betragen, selbst bei bedecktem Himmel sind im Winter noch ca. 6.000 lx vorhanden. Zur Charakterisierung des Tageslichtes im Innenraum wird der messtechnisch ermittelte Tageslichtquotient herangezogen. Sofern die Raumgeometrie und die Anordnung der Fenster bekannt sind, kann der Tageslichtquotient auch rechnerisch ermittelt werden."

Die Messung der Beleuchtungsstärke wird mit Beleuchtungsstärkemeßgeräten (Luxmeter/Lichtmesser) durchgeführt. Für Beleuchtungsmessungen ist z. B. die DIN 5035-6 Beleuchtung mit künstlichem Licht - Teil 6: Messung und Bewertung relevant.

Hinweis:
Die DIN Normen können kostenpflichtig über den Beuth Verlag bezogen werden.


Dialognummer: 5363
Stand: 30.12.2015

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