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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege
Stichworte: Muß bei einem Podest mit 1,15 m Höhe und 5 oder 6 Stufen ein beidseitiges Geländer zum Podest sein, oder reicht ein einseitiges Geländer?

Frage:

Muss bei einem Podest von einer Höhe von 1,15 m und 5 oder 6 Stufen ein beidseitiges Geländer zum Podest sein, oder reicht ein einseitiges Geländer?
Beim einem vergleichbaren Podest sind auf zwei Seiten dreiteilige Geländer (2 Streben und eine Fußkante), auf der dritten Seite ist ein zweiteiliges Geländer (2 Streben) ohne Fußkante. Ist diese zwingend notwendig? Das Problem in der Praxis ist, dass über diese dritte Seite Gummiformen hoch- und runtergehoben werden. Mit Fußkante ginge dies nicht mehr. Eine event. klappbare Fußkante ist m.E. nicht praktikabel, da sie nicht genutzt und offen/unten stehen würde.

Antwort :

Generell gilt, dass Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche grenzen, mit Einrichtungen versehen sein müssen, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen oder durch herabfallende Gegenstände verletzt werden oder in Gefahrenbereiche gelangen. (Nr. 2.1 Anhang zur Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV).


Konkretere Anforderungen finden sich in der Arbeitsstättenrichtlinie - ASR 12/1-3. Von einer Absturzgefahr wird dort gesprochen, wenn eine Absturzhöhe von mehr als 1 m besteht. Solche Bereiche sind i.d.R. durch geeignete Umwehrungen (allseitig) zu sichern (Nr. 1.1 ASR 12/1-3). Jedoch sind auch Arbeitsplätze und Verkehrswege zu betrachten, die mehr als 0,2 m oberhalb der angrenzenden Fußbodenoberfläche liegen (Gefahrbereiche)( Nr. 1.2 ASR 12/1-3). Letztere sind durch geeignete Maßnahmen zu sichern (z.B. Ketten, festgespannte Seile etc.).


Die Umwehrung kann senkrecht (Füllstabgeländer) oder waagerecht als Knieleistengeländer ausgestaltet sein. Ziffer 2.2 der ASR 12/1-3 besagt: "Die Umwehrungen sind so zu gestalten, daß die Arbeitnehmer nicht hindurchfallen können, z. B. durch Stäbe, Knieleisten, Gitter, feste Ausfüllungen. Die Umwehrungen müssen außerdem Fußleisten von mindestens 0,05 m Höhe haben oder einen gleichwertigen Schutz bieten, mit Ausnahme im Verlauf von Treppen. Bei Umwehrungen mit senkrechten Zwischenstäben darf deren lichter Abstand nicht mehr als 0,18 m betragen. Bei Umwehrungen mit einer oder mehreren Knieleisten darf der Abstand zwischen Fuß- und Knieleiste, zwischen Knieleiste und Handlauf, gegebenenfalls zwischen Knieleiste und Knieleiste, nicht größer als 0,50 m sein. Bei Umwehrungen mit anderen Ausfüllungen dürfen die Öffnungsflächen in einer Richtung keine größere Länge als 0,18 m haben."


In der ASR 17/1,2 "Verkehrswege" zur Ziffer 3 Nr. 5 "Geländer und Handläufe" wird bestimmt, dass Geländer so ausgeführt sein müssen, dass Personen nicht hindurchstürzen können. Grundsätzlich ist das Füllstabgeländer mit senkrecht angebrachten Stäben dem Knieleistengeländer (waagerecht) vorzuziehen. Treppen mit mehr als vier Stufen müssen einen Handlauf haben. Sind die Treppenstufen breiter als 1,5 m müssen auf beiden Seiten Handläufe (Geländer) vorhanden sein. Ansonsten sollte das Geländer in Abwärtsrichtung gesehen auf der rechten Seite angebracht werden. 


Der Arbeitgeber muss die unter Ziffer 2.1 des Anhangs der ArbStättV beschriebene Schutzmaßnahme, dass Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche grenzen, mit Einrichtungen versehen sein, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen oder durch herabfallende Gegenstände verletzt werden oder in die Gefahrenbereiche gelangen, gewährleisten. Ob dafür zwingend Fußleisten vorgesehen werden müssen, sollte der Arbeitgeber mit den zuständigen Aufsichtsbehörden (Arbeitsschutzbehörde, Baubehörde) vor Ort klären


Stand: März 2007


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