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Stichworte: Wie erfolgt die Einstufung von Sprühkleber (F+, N)? Was ist bei der Lagerung solcher Druckgaspackungen zu beachten?

Frage:

Wie erfolgt die Einstufung von Sprühkleber (F+, N)?
Es handelt sich ja im eigentlichen Sinne nicht um eine brennbare Flüssigkeit, sondern um ein Aerosol bzw. ein Druckgas.
Was ist bei der Lagerung solcher Druckgaspackungen zu beachten? Nur die TRG 300? Oder sind ebenfalls die Anforderungen des §13 BetrSichV (Erlaubnis zur Lagerung von mehr als 10.000 l brennbarer Flüssigkeit) zu berücksichtigen?
Wie geht man damit um, wenn man bereits eine Erlaubnis nach alter VbF für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten hat? Kann man diese evtl. einfach erhöhen? Oder muss eine komlpett neue Bewertung nach Betriebssicherheitsverordnung erfolgen?


Antwort :

Spraydosen sind ortsbewegliche Behältnisse die mit Druckgasen befüllt sind. Sie werden in den einschlägigen Vorschriften als Druckgaspackungen oder Aersolpackungen bezeichnet.

Für den Betrieb anzuwendende Vorschriften ergeben sich u.a. aus der Gefahrstoffverordnung - GefStoffV, der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV und dem technischen Regelwerk.

Eine gesicherte Antwort ist nur möglich, wenn weitere Angaben aus dem Sicherheitsdatenblatt verfügbar sind:

• Art des Treibgases, z.B. Butan (hochentzündlich)
• Eigenschaften des Klebstoffes

Wenn der Klebstoff selbst leicht entzündlich oder entzündlich ist, ist die Inhaltsmenge auch wie eine gelagerte entzündliche Flüssigkeit in Ansatz zu bringen. Es gilt also nicht nur die
Technische Regel für Druckgase - TRG 300 (Besondere Anforderungen an Druckgasbehälter - Druckgaspackungen).

Dies bedeutet, dass der Inhalt der einzelnen Spraydose mit der Anzahl der Dosen zu multiplizieren ist. Ergibt dies eine Menge, deren Lagerung in ortsbeweglichen Gefäßen erlaubnispflichtig nach der BetrSichV ist, so muss eine Erlaubnis für die gelagerte Menge vorliegen.

Werden die Grenzen für überwachungsbedürftige Anlagen unterschritten, so greifen die Anforderungen nach dem Gefahrstoffrecht. Hier werden zur Bestimmung der Anforderungen aber auch die TRbF, namentlich die
TRbF 20 (Läger) , herangezogen.

Allein die Tatsache, dass sich das Auffangvolumen der Wanne nach der gelagerten Menge bemisst (mindestens 10 %), macht deutlich, dass eine Erhöhung der Lagermenge einer kompletten Neubewertung und ggfs. einer Erlaubnis bedarf.

Spraydosenlager können durchaus im Einzelfall anders eingestuft werden als normale Läger für entzündliche Flüssigkeiten. Siehe hierzu auch die Dialoge der KomNet-Wissensdatenbank.


Bei Spraydosen, zumeist noch in Kartonagen verpackt, ist es ganz wichtig, einen Entstehungsbrand sehr schnell und hochwirksam zu unterbinden. Wenn erst einmal einzelne Spraydosen explodieren und brennend umherfliegen, ist es zu spät, den Brand einzudämmen, es sei denn, mit aufwendigen Inertgasanlagen. Ein schnelles Löschen von Kartonagen ist am besten mit großen Wassermengen möglich, die man ansonsten bei einem Lager für entzündliche Flüssigkeiten nicht bevorzugt. Der sonst übliche Schwerschaum – vielleicht nur über ein Leerrohrsystem eingeleitet, das von außen durch die Feuerwehr in Gang gesetzt wird – versagt bei dicht gepackten Kartonagen fast völlig.

Kurzum: Es ist eine auf den Einzelfall zugeschnittene Ermittlung der Gefahren und eine Bewertung der Maßnahmen erforderlich, sowohl zum Explosionsschutz als auch zum Brandschutz (siehe den
Anhang I der GefStoffV).
 


Dialognummer: 5228
Stand: 04.02.2007

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