Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > elektromagnetische Strahlung / Felder
Stichworte: Ist für Betreiber von Umspannwerken, Trafostationen, Freileitungen die BGV B11 anwendbar?

Frage:

Ist für Betreiber von Umspannwerken (110kV), Trafostationen (15kV), Freileitungen (110kV, 15kV) die BGV B11 anwendbar? D.h. müssen alle EM-Felder ermittelt und Expositionsbereiche fesgelegt werden? Oder ist das nach BImSchV nicht erforderlich? Welche Vorkehrungen sind für Mitarbeiter, die an diesen Anlagen arbeiten, zu treffen?

Antwort :

Bei Anlagen, die der Energieversorgung dienen, mit Hochspannungsleitungen oder Transformatoren, treten sog. Niederfrequenzfelder auf. Die Frequenz der Wechselfelder beträgt in Deutschland üblicherweise 50 Hertz. Hochspannungsleitungen mit Feldstärken von 380, 220 oder 110 Kilovolt werden oft als Frei- oder Überlandleitung geführt.

Die 26. BImSch-Verordnung (26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetz - Verordnung über elektromagnetische Felder) gilt für die Errichtung und den Betrieb von Hochfrequenzanlagen und Niederfrequenzanlagen, die gewerblichen Zwecken dienen oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen Verwendung finden und nicht einer Genehmigung nach § 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bedürfen. Sie enthält Anforderungen zum Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen und zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch elektromagnetische Felder. Im Sinne der 26. BImSchV sind Niederfrequenzanlagen folgende ortsfeste Anlagen zur Umspannung und Fortleitung von Elektrizität:
a) Freileitungen und Erdkabel mit einer Frequenz von 50 Hertz und einer Spannung von 1.000 Volt oder mehr,
b) Bahnstromfern- und Bahnstromoberleitungen einschließlich der Umspann- und Schaltanlagen mit einer Frequenz von 16 2/3 Hertz oder 50 Hertz,
c) Elektroumspannanlagen einschließlich der Schaltfelder mit einer Frequenz von 50 Hertz und einer Oberspannung von 1.000 Volt oder mehr.

Zum Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft sind in der 26. BImSchV konkrete Grenzwerte für die elektrische Feldstärke und die magnetische Flussdichte angegeben.

Für den Schutz der Beschäftigten (Versicherte) ist als relevante Vorschrift neben dem Arbeitsschutzgesetz die Unfallverhütungsvorschrift BGV B11 heranzuziehen. Im Sinne des Geltungsbereiches der BGV B 11 Elektromagnetische Felder gilt diese Unfallverhütungsvorschrift, soweit Versicherte elektrischen, magnetischen oder elektromagnetischen Feldern, im folgenden EM-Felder genannt, im Frequenzbereich 0 Hz bis 300 GHz unmittelbar oder deren mittelbaren Wirkungen ausgesetzt sind. 
Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt nicht, soweit die Sechsundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetz (Verordnung über elektromagnetische Felder – 26. BImSchV) zur Anwendung kommt. Damit umfasst der Geltungsbereich der UVV z.B. nicht Bereiche außerhalb des Betriebsgeländes, soweit es sich nicht um Expositionen der Versicherten im Rahmen der Tätigkeit für das Unternehmen handelt (z.B. Arbeiten an Freileitungen).

Die berufsgenossenschaftliche Regel BGR B 11 "Elektromagnetische Felder" konkretisiert die BGV B 11. 

Nach der BGV B 11/ BGR B 11 hat der Unternehmer Expositionsbereiche festzulegen, die auftretenden Felder zu ermitteln und eine Beurteilung einer Exposition durch Vergleich mit den zulässigen Werten (aufgeführt in der Anlage zur BGV B 11) vorzunehmen. Die geforderten Arbeitsschutzmaßnahmen sind abhängig vom Expositionsbereich, insbesondere ist dafür zu sorgen, dass in Arbeitsstätten und an Arbeitsplätzen weder unzulässige Expositionen noch unzulässige mittelbare Wirkungen durch elektromagnetische Felder auftreten.

Es ist hierbei nicht nur die Beschäftigung innerhalb des Betriebsgeländes zu berücksichtigen, sondern auch eine Beschäftigung außerhalb des Betriebes, auf Bau- und Montagestellen, in Fahrzeugen sowie auch kurzzeitige oder gelegentliche Beschäftigung.

Eine Übersicht über die relevanten Arbeitsschutzmaßnahmen finden sie in der Information der Berufsgenossenschaft Feinmechanik und Elektrotechnik. Siehe auch die Informationen unter: http://www.bfs.de/elektro/hff/arbeitsschutz.html.

Informationen zum Anwendungsbereich der 26. BImSchV finden Sie unter http://www.bfs.de/elektro/hff/grenzwerte.html.  


Dialognummer: 5223
Stand: 04.02.2010

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.