Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verlauf, Abmessung und Anzahl von Fluchtwegen
Stichworte: Welche maximale Länge ist bei einem Fluchtweg zulässig?

Frage:

Welche Länge darf ein Fluchtweg haben?
Es wird eine Kabelbrücke (150 m lang, über abfördernden Bändern) errichtet.
Die Begehung ist kein Arbeitsplatz. Es wird keine Beleuchtung vorgesehen. Es gibt zwei Auf- und Abgänge und in der Mitte einen Notabstieg. Die Fluchtmöglichkeit ist damit gewährleistet, die Länge der Fluchtwege ist somit 75 m.

Antwort :

Grundsätzlich muss für angemessende Fluchtwege in Arbeitsstätten gesorgt werden. (Ziffer 2.3 Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung).

Über Fluchtweglängen in Arbeitsstätten sagt Nr. 5 der Technischen Regel für Arbeitsstätten - ASR A2.3 - Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan
etwas aus. Die hier angegebenen Werte beziehen sich jedoch ausschließlich auf das Innere von Gebäuden (Räume). Im vorliegenden Fall befindet sich die Arbeitsstätte jedoch im Freien. Weitere Angaben zu Fluchtweglängen sind in der Industriebaurichtlinie NRW  genannt. Aber auch diese Richtlinie bezieht sich nur auf das Innere von (bestimmten) Gebäuden. In Nr. 2 der Industriebaurichtlinie wird u.a. gesagt, dass an Anlagen im Freien aufgrund des geringeren Gefahrenrisikos im Einzelfall weitergehende Erleichterungen gestellt werden können.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß §§ 5, 6 Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber also gehalten, eine geeignete Lösung zu finden. In Anlehnung an Nr. 5 ASR A2.3 bzw. Nr. 5.5.5 der Industriebaurichtlinie ist, sofern keine besonderen Gefährdungen zu berücksichtigen sind, 35 m (Normalfall) bzw. 50 m (bei Räumen mit mindestens 10 m lichter Raumhöhe) als maximale Länge anzusehen. Das ist im vorliegenden Fall gegeben (maximale Länge bis zum Abstieg ca. 37,5 m).

Bei Nutzung einer Fluchtleiter muss darüber hinaus geklärt werden, ob die Arbeitnehmer aufgrund von eventuell angelegten Schutzausrüstungen, persönlicher Umstände, z.B. Behinderungen etc. diese Leiter auch benutzen können. Außerdem muss auch sichergestellt sein, dass eine geeignete Beleuchtung bzw. Kennzeichnung vorhanden ist.

Hinweis: Evtl. können auch Anforderungen seitens der zuständige Baubehörde gestellt werden. Diese sind dort zu erfragen.


Dialognummer: 5164
Stand: 15.02.2012

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.