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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen

Frage:

Wenn der MAK-Wert (z.B. von 2-Propanol) unterschritten wurden, ist dann noch der Nachweis für die Unterschreitung des BAT-Wertes notwendig?

Antwort :

Nach § 18 Abs. 1 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist der Arbeitgeber in der Überwachungspflicht, wenn „ ... das Auftreten eines oder verschiedener gefährlicher Stoffe in derLuft am Arbeitsplatz nicht sicher auszuschließen ...“ ist. Dann „... ist zu ermitteln, ob die  Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK), die Technische Richtkonzentration (TRK) oder der Biologische Arbeitsplatztoleranzwert (BAT) unterschritten oder die Auslöseschwelle überschritten sind ...„. Dabei ist auch „ ... die Gesamtwirkung verschiedener gefährlicher Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz ... zu beurteilen...“.
 
Luftgrenzwerte berücksichtigen vor allem die Aufnahme von Stoffen in den Körper durch die Atmung. Hautresorptive Stoffe, die in der Stoffliste der Technischen Regel für gefährliche Stoffe 900 (TRGS 900 - Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz - Luftgrenzwerte) mit „H“ gekennzeichnet sind, können jedoch bei unmittelbarem Hautkontakt auch auf dem Wege durch die Haut (transdermal) in den Körper gelangen. Nach TRGS 402 - Ermittlung und Beurteilung der Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen - können daher beim Umgang mit diesen Stoffen zusätzlich Biologische Arbeitsplatztoleranzwerte (BAT-Werte) nach TRGS 903 zur Befunderhebung herangezogen werden (Biomonitoring). Liegen BAT-Werte nicht vor, kann durch Vergleich des Analysenergebnisses mit in der Fachliteratur gegebenen Empfehlungen wie den Expositionsäquivalenten für krebserzeugende Stoffe (EKA) der MAK- und BAT-Werte-Liste der DFG oder Referenzwerten für die Allgemeinbevölkerung geprüft werden, ob und in welcher Höhe eine berufliche Gefahrstoffbelastung vorliegt.
 
Nach TRGS 710 ist das Biomonitoring auch bei Unterschreitung der Luftgrenzwerte (MAK, TRK)
notwendig
· bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach § 28 GefStoffV;
· wenn ein BAT-Wert in der TRGS 903 aufgeführt ist;
· wenn der Beschäftigte dies wünscht (vgl. § 11 ArbSchG), außer wenn aufgrund der Beurteilung der Arbeitsbedingungen und der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen ist).
 
Das Biomonitoring ist auch bei Unterschreitung der Luftgrenzwerte (MAK, TRK) sinnvoll bei Tätigkeiten,
· bei denen unmittelbarer Hautkontakt mit Gefahrstoffen besteht, die gut oder überwiegend über die Haut aufgenommen werden können;
· bei denen der orale Aufnahmeweg von Gefahrstoffen von Bedeutung sein kann;
· bei denen eine Exposition gegenüber Gefahrstoffen mit langen biologischen Halbwertszeiten (eingestuft z.B. mit R33 - Gefahr kumulativer Wirkungen) vorliegt;
· bei Exposition gegenüber krebserzeugenden oder erbgutverändernden, fortpflanzungsgefährdenden Stoffen, falls durch Luftmessung nicht beurteilbar;
· bei denen die Gefahrstoffe luftmeßtechnisch schwer erfaßbar sind, z.B. bei Reparaturarbeiten, Stördiensten, Arbeiten im Freien, stark schwankenden Raumluftkonzentrationen, häufig wechselnden Stoffe im Chargenbetrieb;
· bei denen die innere Gefahrstoffbelastung durch körperliche Arbeit modifiziert sein kann.
 
Beim Umgang mit 2-Propanol, dem angegebenen Stoffbeispiel, ist bei zwar insgesamt geringem Gefährdungspotential - MAK-Wert: 500 mg/m³ - zwar keine stark gefährdende kumulierende Wirkung zu erwarten, jedoch ist die Unterschreitung der Grenzwerte am Arbeitsplatz durch Messung des 2-Propanol-Metaboliten Aceton - BAT-Wert 50 mg/l – mit relativ geringem Aufwand kontrollierbar.
 
Stand: 07.06.2001
 

Dialognummer: 514

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