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Stichworte: Ist ein Gemisch aus Futtermittelstaub und Metallstaub explosionsfähig?

Frage:

Wie hoch ist die Explosionsgefahr durch ein Staubgemisch aus Metallschleifstaub und Futtermittelstaub?

Es werden Metallwerkstücke trocken geschliffen. Die Metallwerkstücke sind mit Bohrungen versehen, die mit Futtermittelresten gefüllt sind. Beim Schleifen entsteht also ein Staubgemisch aus Metallschleifstaub und Futtermittelrest. Gleichzeitig entstehen Funken durch das Schleifen. Eine Reinigung der Werkstücke oder eine Nasskühlung ist aus produktionstechnischen Gründen nicht möglich. Eine Absaugung, die ca. 1500 - 1800 m³/Stunde absaugt, ist vorhanden. Die Absaugung ist ca. 0,3 - 0,5 m von der Entstehungsstelle entfernt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass außerhalb der Absaugung oder im Rohrsystem der Absaugung eine Explosion entsteht? Wie kann es genau ermittelt werden? Welche Kenngrößen müssen berücksichtigt werden? Sollte eine Beurteilung von einem Explosionsschutzexperten ausgearbeitet werden?


Antwort :

Sowohl Metallstäube als auch Futtermittelstäube sind grundsätzlich explosionsfähig.
Es ist daher anzunehmen, dass auch ein Gemisch aus Futtermittelstaub und Metallstaub explosionsfähig sein kann!
Inwiefern dieses Staub-Luft-Gemisch jedoch in einer solchen Menge (gefahrdrohende Menge) auftritt, dass besondere Explosionsschutzmaßnahmen erforderlich werden, hängt von den vorhandenen Futtermittelstaubmengen, dem Metallstaubschleifmengen und der "Verdünnung" der Staubkonzentration durch die Absaugung ab. Dies muss zunächst geklärt werden. 
Zur weiteren Bewertung müssen die Brenn- und Explosionskenngrößen des Staubes bekannt sein.
Eine Sammlung der Brenn- und Explosionskenngrößen von ca. 4000 verschiedenen Stäuben finden Sie z.B. in der GESTIS-STAUB-EX-Datenbank des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitsschutz BGIA.
Die Staub-Ex-Kenngrößen hängen allerdings stark von den individuellen material- und verfahrensspezifischen Verhältnissen ab (z.B. Korngrößen, Fetthaltigkeit, Feuchte, Metallarten, etc.).
Erst dann, wenn Informationen über unteren und obere Explosionsgrenzen, Zündenergie, Zündtemperatur etc. vorliegen, lassen sich genauere Aussagen über Zoneneinteilungen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen treffen.
Die gesetzliche Forderung zur Bestellung einer "befähigten Person mit besonderen Kenntnissen auf dem Gebiet des Explosionsschutzes" ergibt sich aus Anhang 4, Teil A Ziffer 3.8 Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), wenn es sich um die Einrichtung von neuen Arbeitsplätzen handelt.
Wenn Sie jedoch auch für bereits exstierende Arbeitsplätze feststellen, dass in Ihrem Betrieb keine ausreichende Fachkunde zur Erfassung und Bewertung der Explosionsgefahren nach §§ 3, 5 und 6 BetrSichV (Gefährdungsbeurteilung, Zoneneinteilung, Explosionsschutzdokument) vorhanden ist, sollten Sie in jedem Fall einen geeigneten Experten beauftragen.
Zur Praxis ist festzustellen:
Unter Betriebsbedingungen liegt die untere Explosionsgrenze bei ca. 40 Gramm pro Kubikmeter Luft unabhängig vom Stoff und Aggrgatzustand. Wenn Ihre Absaugung in Flugrichtung des Schleifstaubes liegt, ist davon auszugehen, daß die untere Explosionsgrenze nicht erreicht werden kann.
Im Bereich der Schleifanlage dürfen keine Staubablagerungen vorhanden sein.
Der Arbeitgeber ist nach §3 Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, in der alle Einflußgrößen auf die Arbeitssicherheit berücksichtigt werden. 


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