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Stichworte: Muss eine Nadelstichverletzung in der Arztpraxis ins Verbandbuch eingetragen werden?

Frage:

Wenn ein Mitarbeiter sich in der ärztlichen Praxis mit einer Kanüle versehentlich in den eigenen Finger sticht, muss diese Verletzung ins Verbandbuch eingetragen werden? Wem muss die Verletzung gemeldet werden?

Antwort :

Grundsätzlich muss jede Verletzung, die eine Erste-Hilfe-Leistung zur Folge hat, in das Verbandbuch eingetragen werden.

Hierzu für die DGUV 1001-001 - Grundsätze der Prävention (früher BGR A1) aus:
§ 24 Abs. 6:
"Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass jede Erste-Hilfe-Leistung dokumentiert und diese Dokumentation fünf Jahre lang verfügbar gehalten wird. Die Dokumente sind vertraulich zu behandeln.“

Weiter heißt es erläuternd:
"Die lückenlose Aufzeichnung der Ersten Hilfe liefert eine wichtige Grundlage für die Planung und Organisation der Ersten Hilfe und des betrieblichen Rettungswesens. Die Aufzeichnungen dienen auch als Informationsquelle zur Identifizierung von Unfallschwerpunkten im Betrieb. Daneben besteht ein versicherungsrechtlicher Aspekt, da hiermit im Einzelfall der Nachweis für das Vorliegen eines Arbeitsunfalls geführt werden kann.
Zu diesem Zweck sind folgende Angaben zu dokumentieren:
-Name des Verletzten bzw. Erkrankten,
-Datum/Uhrzeit des Unfalles bzw. Gesundheitsschadens,
-Ort,
-Hergang,
-Art und Umfang der Verletzung/Erkrankung,
-Namen der Zeugen,
-Datum und Uhrzeit der Erste-Hilfe-Leistung,
-Art und Weise der Erste-Hilfe-Maßnahmen,
-Name des Erste-Hilfe-Leistenden.

Die Form der Erfassung der zu dokumentierenden Daten ist nicht festgelegt.
Für die Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistung kann insbesondere das
"Verbandbuch" (BGI 511-1) oder der "Meldeblock" (BGI 511-3) verwendet werden".
(Hinweis: die BGI GUV-I 511-1 wird nunmehr unter DGUV 204-020 und die BGI/GUV-I  511-3 unter DGUV 204-021 geführt)

Weitere Informationen bietet auch die berufsgenossenschaftliche Information  DGUV 204-022 Erste Hilfe im Betrieb (früher: BGI/GUV-I 509).

Bei Nadelstichverletzungen beim Umgang mit infektiösem Material sollte eine umgehende Weiterleitung an einen infektiologisch erfahrenen D-Arzt erfolgen.

Auf die Merkblätter des Runden Tisches Hannover zur Prävention von Nadelstichverletzungen weisen wir hin.


Dialognummer: 5032
Stand: 28.10.2015

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