Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit `alte` Arbeitsmittel / Nachrüstung
Stichworte: Müssen ältere Drehmaschinen mit einem Schutz des Drehfutters nachgerüstet werden? Muss diese Schutzeinrichtung dann verriegelt sein?

Frage:

Nachrüstung von Drehmaschinen in einem Berufsbildungszentrum:
Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung fiel auf, dass eine Drehmaschine (Bj. 1991, keine CE Kennzeichnung), welche vor Jahren zur Reparatur beim Hersteller war, mit einem verriegelbaren Futterschutz (über Endschalter, elektrisch) von diesem nachgerüstet wurde. Besteht die Notwendigkeit einer solchen Nachrüstung für die weiteren, sonst baugleichen Maschinen?

Ein Drehfutterschutz ist bei allen Maschinen vorhanden. Es geht mir um die Nachrüstung der Verriegelung mit elektrischem Endschalter. Das bedeutet, wenn der Futterschutz bei laufender Maschine hochgeklappt wird, schaltet diese ab. Ist diese Nachrüstung notwendig? Ich bin deswegen unsicher, im Anhang Nr. 2.8 BetrSichV steht ein "oder" (wäre ja nach 1. Halbsatz erfüllt) aber wäre das vorsätzliche nicht Benutzen dieses Futterschutzes (vom Beginn der Arbeiten an bzw. hochklappen bei der Arbeit) so zu interpretieren, dass "Schutzeinrichtungen nicht auf einfache Weise umgangen/unwirksam gemacht werden können"?

Antwort :

Anforderungen an ältere Maschinen (Maschinen vor dem Baujahr 1993, die vor dem Inkrafttreten der Maschinenrichtlinie in Verkehr gebracht wurden) ergeben sich aus Anhang 1 Nr. 1 und 2 der BetrSichV (siehe § 7 (2) Betriebssicherheitsverordnung-BetrSichV). Auf die Vorbemerkung Nr. 1 des Anhangs 1 der BetrSichV wird hingewiesen.
Bezogen auf den verriegelbaren Futterschutz ist Nr. 2.8 Anhang I der BetrSichV heranzuziehen:
"2.8 Arbeitsmittel müssen mit Schutzeinrichtungen ausgestattet sein, die den unbeabsichtigten Zugang zum Gefahrenbereich von beweglichen Teilen verhindern oder welche die beweglichen Teile vor dem Erreichen des Gefahrenbereichs stillsetzen.
Die Schutzeinrichtungen
- müssen stabil gebaut sein,
- dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen verursachen,
- dürfen nicht auf einfache Weise umgangen oder unwirksam gemacht werden können,
- müssen ausreichend Abstand zum Gefahrenbereich haben,
- dürfen die Beobachtung des Arbeitszyklus nicht mehr als notwendig einschränken und
- müssen die für Einbau oder Austausch von Teilen sowie für die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten erforderlichen Eingriffe möglichst ohne Demontage der Schutzeinrichtungen zulassen, wobei der Zugang auf den für die Arbeit notwendigen Bereich beschränkt sein muss."
Inwieweit Sicherheitseinrichtungen an Ihrer Drehmaschine anzubringen sind, ist im jeweiligen Einzelfall durch den Arbeitgeber zu ermitteln. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz und BetrSichV ist auch der Nutzerkreis, der die Arbeitsmittel verwendet, besonders zu berücksichtigen. Unter der Annahme, dass sich die Maschinen in einem Berufsbildungszentrum befinden, also nicht angenommen werden kann, dass nur Arbeitnehmer mit ausreichenden Kenntnissen und Erfahrungen an diesen Maschinen arbeiten, wird hier eine Nachrüstung für notwendig erachtet. Wie schon von Ihnen angemerkt wäre ohne die elektrische Verriegelung ein Umgehen/Unwirksammachen der Schutzeinrichtung möglich.
Siehe hierzu die berufsgenossenschaftliche Information BGI 5003, insbesondere die Schilderung zum Unfall Nr. 1 auf Seite 118.
 


Dialognummer: 4941

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.