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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Grenzwerte

Frage:

Fallen Gipsstäube unter den neuen allgemeinen Staubgrenzwert?

Antwort :

In der früheren TRGS 900 wurde eine Luftkonzentration von 6,0 mg/m³ als Allgemeiner Staubgrenzwert für den alveolengängigen, d.h. für den bis in die Lungenbläschen gelangenden Staubanteil (A) - früherer Begriff: Feinstaub (F) - definiert.

Dieser Wert sollte die Beeinträchtigung der Funktion der Atmungsorgane infolge einer allgemeinen Staubwirkung verhindern und ist in jedem Fall in Ergänzung stoffspezifischer Luftgrenzwerte einzuhalten. Bei Einhaltung des Allgemeinen Staubgrenzwertes ist mit einer Gesundheitsgefährdung allerdings nur dann nicht zu rechnen, wenn nach einschlägiger Überprüfung sichergestellt ist, dass mutagene, krebserzeugende, fibrogene, toxische oder allergisierende Wirkungen des Staubes nicht zu erwarten sind.

Insoweit ist dieser Allgemeine Staubgrenzwert auch für Gipsstäube, chemisch Calciumsulfat CaSO4, gültig, da von dieser Substanz keine weiteren gefährlichen Eigenschaften zu erwarten sind.

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsgefährlicher Arbeitsstoffe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat bereits 1997 eine Senkung des Grenzwertes für alveolengängigen Staub (A) von 6 mg/m³ auf 1,5 mg/m³ vorgeschlagen. Für einatembaren Staub (E) - früherer Begriff: Gesamtstaub (G) - hat die Kommission einen allgemeinen Staubgrenzwert von 4,0 mg/m³ vorgeschlagen.

In der seit 2004 gültigen TRGS 900 sind folgende allgemeine Staubgrenzwerte aufgeführt:

- Alveolengängige Fraktion (A):

* 6 mg/m³ für bestimmte Tätigkeiten, wie z.B. in der Bau-, Steine- und Erdenindustrie, oder wenn der Grenzwert von 3 mg/m³ für bestimmte Tätigkeiten aus technischen Gründen nachweislich und trotz Standes der Technik nicht eingehalten werden kann

* 3 mg/m³ für sonstige Tätigkeiten

- Einatembare Fraktion (E):

* 10 mg/m³

Für faserfreie Gipsstäube (Calciumsulfat) ist daher beim jetzigen Stand der Erkenntnis ein allgemeiner Grenzwert für alveolengängigen Staub (A) von 3,0 mg/m³, für einatembaren Staub (E) von 10 mg/m³ einzuhalten. Für bestimmte Tätigkeiten in der Bau-, Steine- und Erdenindustrie oder wenn nachweisbar aus technischen Gründen eine Einhaltung nicht möglich ist, kann jedoch auch ein Grenzwert von 6,0 mg/m in Frage kommen. Stand: 09.10.2005


Dialognummer: 479

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