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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Kinder, Jugendliche, Auszubildende > Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen
Stichworte: Ich suche eine Auflistung von Arbeiten, die Jugendliche im Bereich der Steinbruchs-BG nicht durchführen dürfen.

Frage:

Ich suche eine Auflistung von Arbeiten, die Jugendliche im Bereich der Steinruchs-BG nicht durchführen dürfen, z.B.: Erdbaugeräte fahren; Arbeiten an Bandanlagen; Arbeiten auf Wasserflächen; Arbeiten in Silos; Arbeiten in Betriebsüberwachungsanlagen usw.

Antwort :

In der BGI 704 "Unterweisen" der früheren Steinbruch-BG *) sind gefährliche Arbeiten aufgeführt. Hierzu zählen insbesondere:
– Führen von Gabelstaplern,
– Führen von Kranen,
– Durchführen von bestimmten Schweißarbeiten,
– Durchführen bestimmter elektrischer Arbeiten,
– Umgang mit gefährlichen Stoffen,
– Einsteigen oder Einfahren in Silos,
– Führen von Erdbaumaschinen,
– Aufenthalt in gasgefährdeten Bereichen,
– Arbeiten in Kohlenstaubanlagen,
– Durchführung bestimmter Arbeiten in oder vor Abraum- und Abbauwänden,
– Arbeiten in Bohrungen.

Rechtsgrundlage für Verbote und Beschränkung bei der Beschäftigung von Jugendlichen ist das Jugendarbeitsschutzgesetz – JArbSchG. Danach dürfen Jugendliche grundsätzlich nicht mit gefährlichen Arbeiten beschäftigt werden.
Das sind Arbeiten,
1. die ihre physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen,
2. bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind,
3. die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können,
4. bei denen ihre Gesundheit durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet wird,
5. bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Lärm, Erschütterungen oder Strahlen ausgesetzt sind,
6. bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne des Chemikaliengesetzes ausgesetzt sind,
7. bei denen sie schädlichen Einwirkungen von biologischen Arbeitsstoffen im Sinn der Richtlinie 90/679/EWG ausgesetzt sind.
Abweichend davon dürfen Jugendliche mit den unter Nr. 3 bis Nr. 7 genannten Arbeiten beschäftigt werden soweit
- die Tätigkeit zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist,
- der Schutz der Jugendlichen durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist und
- der Luftgrenzwert gefährlicher Stoffe nach Nr. 6 unterschritten wird.

Das bedeutet, dass es im Prinzip keine abschließende Liste über verbotene Tätigkeiten für Jugendliche gibt, sondern dieses stets im Einzelfall, z.B. im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung, ermittelt werden muss. Ob Tätigkeiten im Rahmen der Ausbildung nötig sind, ergibt sich aus den Ausbildungsordnungen bzw. Rahmenlehrplänen.

Weitere Informationen zur Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen werden von der Arbeitsschutzverwaltung NRW angeboten unter: http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/jugendarbeitsschutz/index.php  .


*) Hinweis: Am 1. Januar 2010 schloss sich die Steinbruchs-BG mit der Bergbau-BG, der BG der chemischen Industrie, der Papiermacher-BG, der Lederindustrie-BG und der Zucker-BG zur BG Rohstoffe und chemische Industrie (BGRCI) zusammen.


Dialognummer: 4761
Stand: 15.01.2010

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