Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gesundheitsschutz > Allergien > Allergien der Atemwege
Stichworte: Muss der Arbeitgeber Allergien von Beschäftigten berücksichtigen, wenn im Rahmen eines Projektes Katzen in einem Pflegeheim angeschafft werden?

Frage:

Wir sind eine Einrichtung der stationären Pflege (kommunales Seniorenheim). Der Arbeitgeber hat für einen Wohnbereich Katzen angeschafft. Leider gibt es dort Mitarbeiter mit Katzenhaarallergie. Welche Möglichkeiten haben die Mitarbeiter sich zu schützen? Kann der Arbeitgeber auf Kosten der Gesundheit der Mitarbeiter das Tierprojekt durchsetzten?

Antwort :

Der Arbeitgeber muss die Arbeit grundsätzlich so gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird. Bei den nötigen Maßnahmen sind der Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen (§ 4 Arbeitsschutzgesetz).

Gemäß Arbeitsschutzgesetz, Gefahrstoffverordnung und Mutterschutzverordnung ist der Arbeitgeber verpflichtet, im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und zu bewerten, ob von den Katzen mögliche Gefährdungen für die Beschäftigten ausgehen. Dieses gilt sowohl für das allergisierende Potenzial der Katzenhaare aber auch für andere Gefährdungen, z.B. Toxoplasmose für werdende Mütter.

Bezüglich sensibilisierender Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, hier Katzenhaare, ist die Technische Regel für Gefahrstoffe, TRGS 540 - Sensibilisierende Stoffe relevant. In der TRGS 540 werden die vom Arbeitgeber bezüglich sensibilisierender Stoffe zu beachtenden Maßnahmen beschrieben. Die TRGS 540 bezieht sich zwar noch auf die alte Gefahrstoffverordnung, soweit sie der neuen, ab 01.01.2005 geltenden Gefahrstoffverordnung nicht widerspricht, kann aber als Auslegungs- und Anwendungshilfe herangezogen werden (Bekanntmachung des BMWA vom 31. Dezember 2004 zur Anwendung der TRGS vor dem Hintergrund der neuen Gefahrstoffverordnung)

Da es sich hier um eine arbeitsmedizinische Problematik handelt, sollte in jedem Fall der Betriebsarzt beteiligt werden. Auch kann es empfehlenswert sein, den Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) hinzuzuziehen.
Bei allergischen Reaktionen kann vielfach nur Abhilfe geschaffen werden, wenn ein Kontakt mit dem die allergische Reaktion auslösenden Stoff konsequent vermieden wird.


Dialognummer: 4718

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.