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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2) > Gefährdungen, Belastungen (6.2)
Stichworte: Gibt es gesetzliche Regelungen für das Halten von Privattieren am Arbeitsplatz?

Frage:

Gibt es gesetzliche Regelungen für das Halten von Privattieren am Arbeitsplatz (z.B. Ratten, Mäuse, ... in Büros)?
Meines Erachtens ist dies nicht zu gestatten oder wenn doch, unterliegt dies den gleichen Arbeitsschutzbestimmungen wie der Umgang mit Gefahrstoffen bzw. biologischen Arbeitsstoffen nach GefStoffV (Labortierstäube), BioStoffV bzw. TRGS 540 (sensib. Stoffe), oder?
Wie streng ist die TRGS 540 bezüglich der PSA auszulegen: reicht das Tragen von Partikelfiltermasken bei Aufenthalten im Tierstall (z.B. Ratten-, Mäuse- oder Heuschreckenzucht) oder ist dies auch bei Einzeltierversuchen (z.B. Tierpräparation) für die gesamte Versuchsdauer wegen einer möglichen Allergisierungsgefahr zu fordern?

Antwort :

Das Halten von Haustieren am Arbeitsplatz fällt weder unter die Gefahrstoffverordnung noch unter die Biostoffverordnung, da kein beruflicher Umgang im Sinne der Verordnungen stattfindet.

Aus der Sicht des Arbeitsschutzes bestehen gegen die Mitnahme von "üblichen" Haustieren (Katzen, Hunden) in Büroräumen keine grundsätzlichen Bedenken. Hierbei wird unterstellt, dass die Tiere gesund sind und kein aggressives Verhalten gegenüber Kollegen/-innen und Kunden/-innen zeigen. In Laboren und Produktionsbetrieben für Lebensmittel oder ähnliche infektionsgefährdete Produkte dürfte die Haltung von Haustieren unzulässig sein. Zu beachten ist, dass bei Allergikern unter den im Gebäude Beschäftigten gesundheitliche Beschwerden ausgelöst werden können.

Weiterhin sollte geprüft werden, ob aus Sicht des Tierschutzes Bedenken gegen die Haltung von Haustieren in Büroräumen während der Arbeitszeit bestehen. Sind die Büroräume angemietet, so muss auch das Einverständnis des Vermieters eingeholt werden.
Die vorstehenden Ausführungen gelten prinzipiell auch für das Halten von Ratten und Mäusen als Haustiere im Arbeitsbereich. Dabei dürfte die Akzeptanz unterschiedlich ausfallen. Zu beachten ist, dass Ratten und Mäuse wie auch andere Haustiere, Keime ausscheiden können, die insbesondere für werdende Mütter eine Gefahr darstellen.


Es ist zu empfehlen vor einer Entscheidung den Betriebsarzt, die Personalvertretung und/oder die betroffenen Beschäftigten zu hören.

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Hausrecht und kann die Nutzung der Räume weitestgehend selbst bestimmen.

Anders ist die Situation zu beurteilen, wenn beruflicher Umgang mit Tieren, hier Ratten und Mäusen stattfindet. Hier greifen die Bestimmungen der Biostoffverordnung.
Labortierstaub ist in der TRGS 907 als sensibilisierender Stoff aufgeführt, so dass die TRGS 540 als Regelwerk anzuwenden ist. Auf die Bekanntmachung des
BMWA vom 31.12.2004 weisen wir hin.
In welchem Umfang bei Umgang mit Labortieren PSA getragen werden muss, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung unter Beteiligung des Betriebsarztes abzuklären. Zu beachten ist, dass der Labortierstaub als sensibilisierender Stoff aufgeführt ist. Bei der Präparation einzelner Tier dürfte die Belastung mit Staub eher vernachlässigbar sein.


Dialognummer: 4703
Stand: 31.08.2013

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