Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Durchführung von Prüfungen
Stichworte: Wie ist die Schlauchprüfung beim Umgang mit Flüssigkeitsstrahlern (Drücke 500 bar) geregelt?

Frage:

Wie ist die Schlauchprüfung beim Umgang mit Flüssigkeitsstrahlern (Drücke 500 bar) geregelt?
1. Muss die Durchführung der Schlauchprüfung für einen einzelnen/individuellen Schlauch nachvollziehbar sein?
2. Muss die Schlauchprüfung schriftlich dokumentiert sein?
3. Gibt es Anforderungen hinsichtlich der Art bzw. Tiefe/Umfang der Prüfung?
(Sichtprüfung, Druckprüfung,...)
4. Wie wird das Invervall festgelegt?

Antwort :

Sofern es sich bei den Flüssigkeitsstrahlern nicht um Druckgeräte im Sinne der Druckgeräterichtlinie (DGRL – 97/23/EG) handelt, sondern um Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie (9.GPSGV), sind sie im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV  Arbeitsmittel. (Die Einstufung ist abhängig von Volumen bzw. Nenndurchmesser und Druck, siehe Angaben in der Konformitätserklärung des Gerätes). Die Schlauchleitung stellt dann auch ein Arbeitsmittel dar.

Daraus ergibt sich nach § 3 Abs. 6 BetrSichV, dass der Arbeitgeber Art, Umfang und Fristen der erforderlichen Prüfungen festzulegen hat und geeignete Personen mit der Prüfung beauftragen muss. Bestimmte Fristen, Tiefe/Umfang und Vorgaben zur Dokumentation werden für die Prüfung von Arbeitsmitteln in der BetrSichV nicht festgelegt. Dies hat der Arbeitgeber anhand einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Hierbei sollten die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung berücksichtigt werden. Auch die DGUV-R 100-500 Kapitel 2.36 kann als Erkenntnisquelle herangezogen werden.

Ausführliche Prüfkriterien finden sie in dem Merkblatt T002 -Sicherer Einsatz von Schlauchleitungen (DGUV-Information 213-053, bisher BGI 572). 

Je nach Beanspruchung und Umgebungsbedingungen kann z.B. eine Sichtprüfung der Schläuche vor jeder Benutzung sinnvoll sein. Vor Inbetriebnahme muss die korrekte Installation des Schlauches und die Festigkeit der lösbaren Verbindungen geprüft werden. Der Schlauch muss beständig und für die Prozessbedingungen (Druck und Temperatur) zugelassen sein. Bei jeder Benutzung muss der Schlauch auf

- Beschädigung oder Versprödung der Außenschicht bis zur Einlage,
- Verformungen,
- Undichtigkeiten,
- Beschädigung, Korrosion oder Deformation der Schlaucharmatur und auf die Überschreitung der
- Lager, oder Verwendungsdauer geprüft werden.

Weitere Kriterien ergeben sich mitunter aus den relvanten Normen DIN 20066 "Fluidtechnik - Schlauchleitungen - Maße, Anforderungen", DIN EN 1829  und DIN EN 982 "Sicherheit von Maschinen - Sicherheitstechnische Anforderungen an fluidtechnische Anlagen und deren Bauteile - Hydraulik". Normen erhalten sie beim Beuth-Verlag.

Sofern nicht immer die gleichen Schläuche und nur eine bestimmte Anzahl verwendet werden und diese nicht immer gleichzeitig geprüft werden, muss die Durchführung der Prüfung für jeden einzelnen Schlauch nachvollziehbar sein. Bei der Prüfung sind auch die Lebensdauer (Alterung, Verschleiß) der Schläche zu prüfen. Eine Dokumentation der Prüfungen (zumindest der Druckprüfungen) ist aus Beweisgründen sinnvoll und notwendig. Auf die §§ 10 und 11 der Betriebssicherheitsverordnung weisen wir hin. 


Dialognummer: 4675
Stand: 15.01.2015

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.