Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gesundheitsschutz > Allergien > Allergien der Atemwege
Stichworte: Staubmilbenallergie im Büro - Ist der Arbeitgeber zur täglichen Nassreinigung der Räume verpflichtet.

Frage:

Der Fragesteller ist Staubmilbenallergiker. Die Büroräume, in denen er arbeitet, haben einen Klimaanlage, durch die er sehr starke gesundheitliche Probleme hat.

Ist der Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzes verpflichtet, für die tägliche Nassreinigung der Büroräume zu sorgen? (durch die Klimaanlage setzen sich schwarze Staubpartikel ab, die beim Fragesteller zu starkem Hustenreiz führen).

Antwort :

In Arbeitsräumen muss stets gesundheitlich zuträgliche Arbeitsluft vorhanden sein.
Die Kommentierung von Nöthlich zur Arbeitsstättenverordnung (Erläuterungen 4205 , ZH 1/140 (§5 Lüftung)) bemerkt auf S.12: "In Arbeitsräumen muß unabhängig von den angewandten Arbeitsverfahren stets gesundheitlich zuträgliche Arbeitsluft vorhanden sein...."

In 2.14: "Gesundheitsgefährliche Stoffe im Sinne dieser Regeln sind......Stäube..... die sensibilisierend sind oder sonstige chronisch schädigende Eigenschaften besitzen."

In 4.1: "Luft am Arbeitsplatz. An Arbeitsplätzen muß sichergestellt sein, daß die Luft im Atembereich nicht gesundheitsgefährdend, hygienisch einwandfrei und nicht unangemessen belästigend ist...."

In 5.2.2.3: "Raumlufttechnische Anlagen müssen an den Außenluft ansaugenden Stellen....mit geeigneten Filtern ausgerüstet sein, wenn die Außenluft erhebliche Verunreinigungen aufweist. Erhebliche Verunreinigungen liegen vor, wenn die Luftzusammensetzung erheblich von der Luft natürlicher Zusammensetzung abweicht."

Die in der Anfrage genannte Raumlufttechnische Anlage scheint den beklagten Staub nicht ausreichend zurückzuhalten, ihn vielmehr mit der Zuluft im Raum zu verteilen. Wichtig wäre hier insbesondere die regelmäßige Wartung und Reinigung der Anlage, insbesondere der Staubfilter/-abscheider, damit müsste das Problem eigentlich zu beseitigen sein. Lediglich den Raum nass zu wischen, würde einatembare belästigende oder gesundheitsgefährdende Stäube ja nicht aus der Atemluft, sondern nur aus dem Sichtbereich (z.B. auf hellen Flächen) beseitigen und ist somit als "raumluftkosmetische" Maßnahme abzulehnen.

Ob dieser Staub überhaupt Hausstaubmilbenallergene enthält, gegen die der Mitarbeiter sensibilisiert ist, wäre ebenfalls noch abklärungswürdig. Hier unserer Ansicht nach eher mit Keimen oder Schimmelpilzen zu rechnen. Unabhängig davon gehört jedoch -wie oben beschrieben- Staub nicht in die Zuluft.

Unabhängig hiervon jedoch ist die gesetzliche Verpflichtung des Arbeitgebers sich um die Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu kümmern. In Ihrem Fall erscheint es ratsam (deshalb wurde auch eine sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung nach dem
Arbeitssicherheitsgesetz gesetzlich verankert) unbedingt die Sicherheitsfachkraft und den Betriebsarzt einzuschalten bzw. einzubinden um entsprechende Maßnahmen zur Lösung des Problems (und dies kann nur vor Ort geschehen) auszuarbeiten und entsprechend umzusetzen.


Dialognummer: 457

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.