Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Pausenregelungen
Stichworte: Welche Ruhepausen müssen Ausbilder bei der Feuerwehr im Rahmen der Realbrandausbildung (Stress, Hitze, Atemschutz) einhalten?

Frage:

Frage zu Hitzearbeitsplätzen:
Für die Realbrandausbildung bei der Feuerwehr werden Ausbilder benötigt. Es ergibt sich eine hohe Beanspruchung durch die Temperaturen, Pressluftatmer und die Aufsichtspflicht. Welche Ruhepausen müssen Ausbilder bei einem durchlaufenden regelmäßigem Betrieb einhalten und auf welche Grundlage bezieht sich eine Arbeitszeitregelung?

Antwort :

Grundsätzlich gelten die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG). Nach § 4 ArbZG bei einer Arbeitszeit von 6 bis 9 Stunden 30 Minuten Ruhepause vorgeschrieben. Bei einer Arbeitszeit von über 9 Stunden sind sogar 45 Minuten Ruhepause einzuhalten. In beiden Fällen darf die Pause nicht an den Anfang und das Ende gelegt werden. Das Arbeitszeitgesetz gilt für die angestellten Ausbilder der Feuerwehr direkt (s. § 2 Abs.2 ArbZG). Aber auch wenn das ArbZG für Beamte nicht gilt, müssen Feuerwehrbeamte Pausen machen. Das ergibt sich aus der direkten Gültigkeit der EU-Arbeitszeitrichtlinie.

Die im Arbeitszeitgesetz vorgeschriebenen Mindestpausen sind bei der genannten Belastung durch Heißübungen mit Pressluftatmern nicht ausreichend. Sechs Stunden Einsatz unter Pressluftatmer sind nicht möglich. Wegen der besonderen Belastung sind hier zusätzliche Unterbrechungen erforderlich, die aber nicht notwendigerweise Pausen im Sinne des Arbeitszeitrechts (zur freien Verfügung) sein müssen.

Die berufsgenossenschaftliche Regel BGR 190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" sieht beim planbaren Einsatz von Pressluftatmern, z. B. im Innenangriff, eine Begrenzung auf ca. 40 min Einsatzzeit vor. Bis zu einem nächsten Einsatz sind mindestens 30 min Erholungszeit zur Regeneration zu gewähren. Die Anzahl der Einsätze ist auf vier pro Schicht begrenzt. Hinzu kommt noch, dass zwei Tagen mit Pressluftatmereinsätzen ein atemschutzfreier Tag vorzusehen ist.

Nach der so genannten STATT-Studie aus dem Feuerwehrbereich wird sogar eine Erholungszeit von 60 min nach einem Atemschutzeinsatz von 20 min empfohlen.
http://www.fit-for-fire-fighting.com/news/news/period//382/79.html

Hinweise zur Erholung nach Atemschutzeinsätzen sind z. B. auch in der amerikanischen "NFPA 1584: Recommended Practice on the Rehabilitation of Members Operating at Incident Scene Operations and Training Exercises"
enthalten. 

Über die Rehydrierung sollten auch die aktuellen kanadischen Erkenntnisse zum Abkühlen (Senken der Körperkerntemperatur) beachtet werden.

Insgesamt empfiehlt es sich, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zusammen mit dem Betriebsarzt eine auf die spezielle Belastung abgestimmte Strategie festzulegen, die eine Überbelastung der Mitarbeiter bei der Betreuung von Heißübungen verhindert. Dies fordert auch das Arbeitsschutzgesetz (insbesondere §§ 3-5) sowohl für Beamte als auch andere Arbeitnehmer.
 


Dialognummer: 4549

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.