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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplätze im Freien > Arbeitsplätze im Freien

Frage:

Welche rechtlichen Regelungen bei Hitze gibt es speziell für Arbeiter auf dem Bau?

Antwort :

Leider gibt es keine konkreten Vorschriften über Temperaturen am Arbeitsplatz auf Baustellen. Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) bestimmt lediglich, dass in …. Arbeitsräumen, …, während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten und des spezifischen Nutzungszwecks des Raumes eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur bestehen muss (Ziffer 3.5 des Anhangs zur ArbStättV). Zur Konkretisierung besteht die ASR A3.5 "Raumtemperatur", in der festgelegt ist, dass in Arbeitsräumen eine Temperatur von 26 °C nicht überschritten werden soll. Diese kann jedoch in Einzelfällen (d.h. auch während ungewöhnlicher Hitzeperioden) bei darüber liegender Außentemperatur überschritten werden, wenn der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen ergreift. 

Diese Vorschriften über Temperaturen in Arbeitsräumen gelten aber nicht für Arbeitsplätze auf Baustellen (im Freien). Für Baustellen können lediglich die Bestimmungen der Ziffer 5.1 des Anhangs zur ArbStättV herangezogen werden: "Arbeitsplätze in nicht allseits umschlossenen Arbeitsstätten und im Freien sind so zu gestalten, dass sie von den Beschäftigten bei jeder Witterung sicher und ohne Gesundheitsgefährdung erreicht, benutzt und wieder verlassen werden können. Dazu gehört, dass Arbeitsplätze gegen Witterungseinflüsse geschützt sind oder den Beschäftigten geeignete persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt werden. Werden die Beschäftigten auf Arbeitsplätzen im Freien beschäftigt, so sind die Arbeitsplätze nach Möglichkeit so einzurichten, dass die Beschäftigten nicht schädlichen Wirkungen von außen (zum Beispiel Gasen, Dämpfen, Staub) ausgesetzt sind."

Trotz der fehlenden konkreten Regelung haben Beschäftigte auf Baustellen also einen Anspruch darauf, vor Gesundheitsgefahren durch Witterungseinflüsse geschützt zu werden. Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, die er nach dem Arbeitsschutzgesetz durchführen muss, prüfen, welche Maßnahmen er gegen Gefährdungen durch hohe Lufttemperaturen (und auch Gefährdung durch Sonneneinstrahlung!) treffen muss. Geeignete Maßnahmen können zum Beispiel regelmäßige Pausen in geschützten (beschatteten) Bereichen sein oder generelle Arbeitsunterbrechung während der heißesten Stunden des Tages.

Wichtig ist, dass der Arbeitgeber sich durch eine Sicherheitsfachkraft und einen Betriebsarzt beraten lässt. Konkret gefordert wird darüber hinaus, dass die Beschäftigten auf Baustellen Waschmöglichkeiten haben und über ausreichend Trinkwasser oder andere alkoholfreie Getränke verfügen können (Ziffer 5.1 des Anhangs der ArbStättV).

Informationen zu Gefahren von starker Sonneneinstrahlung und Schutzmaßnahmen bietet das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA)

Weitergehende Informationen sowie Empfehlungen für heiße Sommertage am Arbeitsplatz werden auch von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin angeboten. 


Dialognummer: 4477
Stand: 09.10.2015

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