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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter
Stichworte: Mutterschutz in Kindertagesstätten

Frage:

Meine Frau ist in der 20. Woche schwanger und arbeitet in einer Kindertagesstätte in einer kleinen altersgemischten Gruppe.

Gibt es hierzu Bestimmungen, die die Arbeit bzw. den Arbeitsplatz im Sinne des Arbeitsschutzes regulieren?

Antwort :

Nach Bekanntgabe einer Schwangerschaft ist der Arbeitgeber verpflichtet, sofort eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, um einen sicheren und schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz einrichten zu können (§ 2 Mutterschutzgesetz -MuSchG). Dabei sind noch die Bestimmungen der Mutterschutzverordnung (MuSchArbV), des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) und der Biostoffverordnung (BioStoffV) zu beachten.

In § 4 Abs 1 und Abs 2 MuSchG sind die generellen Beschäftigungsverbote konkretisiert. So dürfen Schwangere keine Lasten von mehr als 5 kg regelmäßig oder 10 kg per Hand heben und tragen.
Des weiteren besteht für die Schwangeren mit intensivem beruflichen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, insbesondere wenn es sich um verhaltensgestörte oder körperlich und seelisch behinderte Kinder handelt, eine erhöhte Ansteckungsgefahr gegenüber folgenden Infektionskrankheiten:

Röteln,
Ringelröteln,
Windpocken,
Masern,
Mumps,
Zytomegalie,
Hepatitis A und B.

Es ist zu raten, die Immunitätslage der werdenden Mutter gegenüber Infektionskrankheiten zu prüfen. Bei Schwangeren erfolgt diese teilweise im Rahmen der Schwangerenbetreuung nach den Mutterschafts-Richtlinien und wird im Mutterpass dokumentiert. In solchen Fällen reicht die Vorlage des Mutterpasses, um über die notwendigen Schutzmaßnahmen zu entscheiden.
Bei nicht ausreichender Immunität darf die Schwangere bei Auftreten der o.g. Erkrankungen bis zum Abklingen der "Epidemie" nicht weiterbeschäftigt werden. Davon unabhängig sollte die schwangere Erzieherin die Schutzmaßnahmen der Unfallverhütungsvorschrift Gesundheitsdienst (VBG 103/BGV C 8) besonders beachten. Beispielsweise sollte Sie bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Speichel ...) persönliche Schutzausrüstung, z.B. geeignete Handschuhe tragen. Die üblichen Hygienevorschriften sind konsequent zu befolgen, wie z.B. Handdesinfektion vor den Mahlzeiten.
Weitere nützliche Informationen finden Sie im Faltblatt der Arbeitsschutzverwaltung NRW "Mutterschutz bei Infektionsgefährdung". Dieses Faltblatt (und andere Informationen) können im Internet unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/praxis) kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

Stand: 11.05.2001

 


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