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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen
Stichworte: Welche Beschäftigungsverbote sind bei einer werdenden Mutter, die als Stukkateurin arbeitet, zu beachten?

Frage:

Ich bin Stukkateurin und möchte gerne schwanger werden. Mein Arbeitsbereich ist derzeit zu 90% auf der Baustelle. Ich arbeite meist an der Fassade auf Gerüsten, mit Kalk- und Zementmörteln. Darf ich weiterbeschäftigt werden, oder besteht laut Mutterschutzgesetz ein Beschäftigungsverbot? Was genau passiert, sobald mein Arbeitgeber meine Schwangerschaft dem Amt für Arbeitsschutz meldet? Was kann ich tun (bzw. an wen kann ich mich wenden), wenn er das Amt nicht unterrichtet?

Antwort :

Werdende und stillende Mütter in einem Beschäftigungsverhältnis stehen unter dem Schutz des Mutterschutzgesetzes - MuSchG und der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz .
Für die Arbeit als Stukkateurin können folgende Tätigkeiten gemäß § 4 MuSchG von Bedeutung sein, mit denen werdende Mütter nicht beschäftigt werden dürfen:

- mit Arbeiten, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als fünf Kilogramm Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als zehn Kilogramm Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden. Sollen größere Lasten mit mechanischen Hilfsmitteln von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden, so darf die körperliche Beanspruchung der werdenden Mutter nicht größer sein als bei Arbeiten nach Satz 1,
- nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft mit Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet,
- mit Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken oder beugen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen,
- mit Arbeiten, bei denen sie erhöhten Unfallgefahren, insbesondere der Gefahr auszugleiten, zu fallen oder abzustürzen, ausgesetzt sind sowie
- mit Arbeiten, bei denen sie infolge ihrer Schwangerschaft in besonderem Maße der Gefahr, an einer Berufskrankheit zu erkranken, ausgesetzt sind oder bei denen durch das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit eine erhöhte Gefährdung für die werdende Mutter oder eine Gefahr für die Leibesfrucht besteht,

Die v.g. Tätigkeiten sind typischerweise auf Baustellen zu finden. Der Arbeitgeber darf Sie mit Bekanntgabe der Schwangerschaft nicht weiter mit v.g. Tätigkeiten beschäftigen. Eine Weiterbeschäftigung ist nur noch mit ungefährlichen Arbeiten oder im Verwaltungsbereich zulässig.

Durch ein Beschäftigungsverbot dürfen der werdenden Mutter keine finanziellen Nachteile entstehen. Alle Arbeitgeber nehmen an dem "U2-Verfahren" der Krankenkassen teil. Auf Antrag erhält der Betrieb die Lohnkosten für eine dem Beschäftigungsverbot nach MuSchG unterliegende Mitarbeiterin von der Krankenkasse erstattet. Zuständig ist die Krankenkasse der Mitarbeiterin. Die Krankenkassen geben hierzu Auskunft.

Sobald Sie dem Arbeitgeber Ihre Schwangerschaft mitgeteilt haben, muss dieser
- die Beschäftigungsverbote beachten,
- eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und Sie über das Ergebnis informieren,
- unverzüglich die Aufsichtsbehörde über die Beschäftigung der werdenden Mutter informieren.

Zuständige Aufsichtsbehörde sind die Ämter für Arbeitsschutz/Gewerbeaufsichtsämter (Adressen unter www.arbeitsschutz.nrw.de). Wenn die Behörde eine Schwangerschaftsmitteilung eines Arbeitgebers erhält, prüft sie, ob von Amts wegen Maßnahmen zum Schutz der werdenden Mutter und des ungeborenen Kindes ergriffen werden müssen. Dort können Sie auch nachfragen, ob der Arbeitgeber die Behörde über Ihre Schwangerschaft und das Beschäftigungsverhältnis informiert hat.

Für werdende Mütter besteht grundsätzlich Kündigungsschutz während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung sowie während der Elternzeit gemäß Bundeserziehungsgeldgesetz.

Weitere Informationen für werdende und stillende Mütter sind in der KomNet - Dialog-Datenbank zu finden  und bietet die Arbeitsschutzverwaltung NRW im Internet unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/index.php  an.


Dialognummer: 4393
Stand: 20.08.2012

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