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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Schutzmaßnahmen beim Instandsetzen von kontaminierten Bauteilen

Frage:

In einem Unternmehmen werden industriell verwendete Armaturen hergestellt und im Rahmen der Garantie auch repariert bzw. instandgesetzt.

Da die instandzusetzenden Armaturen bereits in industriellem Einsatz waren, ist die Kontamination dieser Bauteile mit z.T. giftigen Chemikalien im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als möglich angesehen worden.

Nun gilt es, eine Vorgehensweise zu entwickeln, die die Gefährdung der Mitarbeiter beim Umgang mit diesen potenziell kontaminierten Bauteilen vermeidet.

Sinnvoll erscheint, neben der Ein- und Unterweisung des eigenen Personals, auch die Einbindung der Auftraggeber, da diese über den vorherigen Einsatz der Armaturen und damit über eine mögliche Kontamination informiert sein sollten.
Welche Maßnahmen schlagen Sie vor? Welche rechtlichen Verbindlichkeiten gelten für beide Parteien ?

Antwort :

Werden die Armaturen am Ort des Einbaus repariert bzw. instandgesetzt, so ergibt sich eine rechtliche Verpflichtung zum einen aus § 8 des Arbeitsschutzgesetztes und ergänzend aus § 17 der Gefahrstoffverordnung. Hierin werden die jeweiligen Arbeitgeber zur Zusammenarbeit verpflichtet, sie müssen sich gegenseitig über die mit den Arbeiten verbundenen Gefahren unterrichten.

Werden die Bauteile im eigenen Betrieb instandgesetzt, sind bei möglicher Kontamination die Vorgaben des zweiten und dritten Abschnitts der Gefahrstoffverordnung umzusetzen. Im § 17 (4) der Gefahrstoffverordnung wird der Bereich Abbruch-, Sanierung- und Instandsetzung behandelt. Hier wird der Instandsetzer dazu verpflichtet, beim Auftraggeber Informationen darüber einzuholen, ob Gefahrstoffe vorhanden sind.

Es empfiehlt sich also, den Punkt Kontamination bereits bei der Auftragsannahme eindeutig zu klären. Ziel sollte sein, nur gereinigte (gespülte), kontaminationsfreie Armaturen zu bearbeiten. Ist dies nicht möglich, muss mindestens Art und Umfang der Kontamination beschrieben werden. Im Falle der möglichen Kontamination mit Chemikalien ist hierzu mindestens das Sicherheitsdatenblatt oder vergleichbare Angaben über die Kontamination erforderlich. Bei Kontamination mit Chemikalien muss zusätzlich nach § 7 der Gefahrstoffverordnung eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden. Der Instandsetzer muss dann beurteilen und dokumentieren, ob die verbleibende Kontamination bei der vorgesehenen Bearbeitung unproblematisch ist, oder ob Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Hierzu wird aber hauptsächlich der instandsetztende Betrieb verpflichtet, wozu er alle relevanten Information (auch die vom Hersteller oder Inverkehrbringer der Chemikalie) auszuwerten hat.

Es empfiehlt sich, neben klaren vertraglichen Regelungen zum Auftrag auch ein Übergabeprotokoll zu führen, in der die notwedigen Informationen durch den Auftragnehmer abgefragt werden können.

Weiterhin muss der instandsetzende Betrieb die Bauteile so den Beschäftigten zur Verfügung stellen, dass Gefährdungen vermieden werden und diese Instandhaltung nur besonders beauftragten Beschäftigten vorbehalten bleibt (vergl. § 8 Betriebssicherheitsverordnung in Verb. mit Nr. 2.2 Anhang 2 Betriebssicherheitsverordnung).


Dialognummer: 4227

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