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Stichworte: Besteht bei Elektroarbeiten durch das Tragen von Sicherheitsschuhen eine erhöhte Gefährdung?

Frage:

Da wir im Werk mehrere Explosionsschutzbereiche haben, wurden vor kurzem ESD-Sicherheitsschuhe mit erhöhter Leitfähigkeit (10 hoch 8 Ohm) beschafft. Dadurch kann Funkenbildung durch elektrostatische Entladung vermieden werden.
Um übermäßige Magazinhaltung zu verhindern, werden diese Schuhe von allen Mitarbeitern im Werk getragen.

Auch Elektriker tragen diese Schuhe. Besteht bei Elektroarbeiten eine erhöhte Gefährdung durch die verbesserte Leitfähigkeit des ESD Sicherheitsschuhs? Ist das Tragen von ESD Schuhen bei Elektroarbeiten zulässig?

Antwort :

ESD steht als Abkürzung für ElectroStatic Discharge (elektrostatische Entladung).
Gemäß den Informationen der Hersteller sind ESD-Schuhe dafür konzipiert, eine elektrostatische Aufladung des Trägers zu vermindern (z. B. bei Arbeiten an empfindlichen elektronischen Bauteilen oder wenn die Gefahr der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre besteht).

Bei Elektroarbeiten besteht beim Tragen von ESD-Sicherheitsschuhen eine höhere Gefährdung als beim Tragen von elektrisch isolierenden Schuhen (elektr. Klassen 00 oder 0), da der elektrische Durchgangswiderstand von ESD-Schuhen geringer ist. Auf Grund ihres relativ geringen elektrischen Durchgangswiderstands bieten diese Schuhe gegenüber isolierenden Schuhen nicht die optimale Sicherheit.

Auf der anderen Seite bietet kein Schuh (auch nicht jene der elektrischen Klasse 0) einen 100 %-igen Schutz gegen elektrische Schläge, da Schuhe nur einen Widerstand zwischen Boden und Fuß aufbauen können.
Die endgültige Klärung zur Frage der Zulässigkeit von ESD-Schuhen bei Elektroarbeiten kann daher nur - so unbefriedigend diese Aussage zunächst auch sein mag - die Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG liefern. Die BGR 191
- Benutzung von Fuß- und Beinschutz-  sind dabei zu berücksichtigen. 


Dialognummer: 4185
Stand: 29.08.2011

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