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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer
Stichworte: Reicht für Arbeiten auf Dächern, die keine Anschlagpunkte haben, die Regelung aus, dass eine zweite Person die Sicherung übernimmt?

Frage:

Unsere Mitarbeiter müssen von Zeit zu Zeit auf die Dächer unserer Handelsfilialen, um z.B. Weihnachtsbeleuchtung anzubringen. In den meisten Fällen haben wir auf den Dächern Anschlagpunkte, damit die Mitarbeiter an der Absturtzkante gesichert werden können. Einige Märkte haben keine Anschlagpunkte auf den Dächern: Organisatorisch wurde festgelegt, dass eine zweite Person als Sicherung auf dem Dach dabei sein soll.
Frage: ist diese Organisatorische Maßnahme ausreichend?? oder gibt es Vorschriften, die diese Vorgehensweise nicht zulassen.


Antwort :

In den jeweiligen Landesbauordnungen wird gefordert, dass für die vom Dach aus vorzunehmenden Arbeiten sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen sind bzw. Flächen in, an und auf baulichen Anlagen, die im allgemeinen zum Begehen bestimmt sind und unmittelbar an mehr als 1 m tiefer liegende Flächen angrenzen, zu umwehren sind (§ 35 Bauordnung - BauO NRW und § 41 BauO NRW).

Auch müssen gemäß Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche grenzen, mit Einrichtungen versehen sein, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen. Vorgenannte Arbeitsplätze und Verkehrswege müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert und gut sichtbar als Gefahrenbereich gekennzeichnet sein. Zum Schutz derjenigen, die diese Bereiche betreten müssen, sind geeignete Maßnahmen zu treffen (Ziffer 2.1 des Anhangs zur ArbStättV).

Die berufsgenossenschaftliche Regel "BGR 203, Dacharbeiten" beschreibt sehr ausführlich die verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten.
Werden z.B. ausschließlich Arbeiten auf der Dachfläche ausgeführt, genügt ein Seitenschutz. Werden jedoch zusätzlich Arbeiten am Dachrand ausgeführt, z.B. Erneuerung der Dachrinne oder Anbringung von Abschlussblechen an der Wand, so muss die Absturzsicherung auch für diese Tätigkeiten geeignet sein.
Unter Nr. 4.3.5 der BGR 203 ist erläutert, wann Anseilschutz bei Dacharbeiten verwendet werden kann. Demnach kann Anseilschutz vorgesehen werden, wenn
- geeignete Anschlageinrichtungen vorhanden sind und
- kurzzeitige Dacharbeiten ausgeführt werden, bei denen der Gesamtumfang der Arbeiten nicht mehr als 2 Personentage umfasst.

Ein Sicherungsposten ist immer empfehlenswert, da bei Alleinarbeit Gefahren auftreten können, die evtl. durch Beaufsichtigung der Person minimiert werden können. Ein wirksamer Schutz gegen ABSTURZ ist durch die zweite Person nicht gegeben. Ein Arbeiten von Beschäftigten ohne jegliche Absturzsicherung an Stellen mit Absturzgefahr ist nicht zulässig.

Stand: März 2006


Dialognummer: 4142

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