Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sicherer Transport > Innerbetrieblicher Transport > Sonstiger innerbetrieblicher Transport
Stichworte: Welche alternativen Möglichkeiten gibt es, einen schweren Getriebemotor über eine Treppe zu transportieren?

Frage:

Wir haben ca. 2-3 mal im Jahr einen 150 kg schweren Getriebemotor eine ca. 30 m hohe (1 m breite) Treppe rauf und wieder runter zu transportieren. Dieser Transport wird bisher mit einer Treppenkarre mit 4 Personen erledigt (zwei oberhalb und zwei unterhalb der Last). Da sich der Ort unter freiem Himmel befindet, kann keine Laufkatze benutzt werden. Da der Ort recht schlecht zugänglich ist (durch Sträucher, unebener Boden etc.), können wir auch keine Hebebühne benutzen.
Unsere Frage: Ist es zu verantworten diese Last mit diesen Hilfsmitteln auf diese Art zu transportieren? Oder gibt es vielleicht eine besser Möglichkeit dafür?
Ein Kran, der diese Last gut transporieren könnte, war ebenfalls schon im Gespräch, ist aber aus Kostengründen noch nicht als nächste Anschaffung geplant.

Antwort :

Für das Heben, Absetzen, Schieben, Ziehen, Tragen und Bewegen einer Last gilt die Lastenhandhabungsverordnung. Ob Maßnahmen bei einem Arbeitsvorgang erforderlich sind, wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung z.B. mit der Leitmerkmalmethode ermittelt. Die sog. Leitmerkmalmethode fínden sie in der Anlage zur Publikation. Ein softwaregestütze Version der Methode finden sie hier: http://www.institut-aser.de/out.php?idart=538&searchTerm=lastenhandhabung (--> Manuelle Lastenhandhabung).

Eine Abschätzung im vorliegenden Fall mit dieser Methode ergibt eine Zeitwichtung von 2 (weniger als 40 Hebevorgänge), eine Lastwichtung von 25 (mehr als 40 kg), eine Haltungswichtung von mindestens 4, eher 8, Ausführungsbedingungswichtung von 2 (Schweres Heben und Halten auf einer engen Treppe). Lastwichtung + Haltungswichtung + Ausführungsbegingungswichtung = 25 + 4 + 2 = 31, multipliziert mit der Zeitwichtung = 62. Damit liegen diese Arbeiten im höchsten Risikobereich 4 und es sind Gestaltungsmaßnahmen unbedingt erforderlich. Da Gewicht und Arbeitsplatz (Treppe) nicht verändert werden können, bleibt nur eine grundsätzliche Umgestaltung des Arbeitsprozesses.

Die Umstände erzwingen es selbstverständlich, den Ort so zugänglich zu machen und eine Aufstellungsfläche so vorzubereiten, dass ein Hubwagen oder ähnliches gefahrlos aufgestellt werden kann. Auch die Stelle, an der der Motor in 30 m Höhe in oder auf die bauliche Anlage übergeben wird, muss gegen Absturz von Personen ausreichend gesichert werden, z.B. mit einer Umwehrung, die im Bereich der Übergabe geöffnet werden kann. Zusätzlich kann es erforderlich sein, dass Anschlagpunkte für die Beschäftigten benutzt werden müssen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, an der Stelle, an der der Motor in oder auf die bauliche Anlage übergeben wird, einen Kran fest zu installieren (Dreibein). Dabei ist zu prüfen, ob die Statik der baulichen Anlage eine solche zusätzliche Belastungen erlaubt. Auch in diesem Fall müssen enteprechende Schutzmaßnahmen gegen den Absturz von Personen getroffen werden.

Darüber hinaus ist es sehr ungewöhnlich, dass ein solcher Motor dreimal pro Jahr komplett transportiert werden muss. Wenn tatsächlich ein derartiger Verschleiß vorliegt, muss zunächst überprüft werden, ob nicht an den Bedingungen, unter denen der Motor eingesetzt wird, etwas Grundlegendes geändert werden muss, um Instandhaltungs- und Instandsetungsintervalle deutlich zu verlängern.
 


Dialognummer: 4121
Stand: 07.07.2014

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.