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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter
Stichworte: Was ist beim Mutterschutz in einer Röntgenpraxis zu beachten?

Frage:

Meine Frau ist MTRA und in einer Röntenpraxis tätig. Sie ist in der 12. Woche schwanger und arbeitet am MR und teilweise am CT. Ist es gesundheitlich bzw. rechtlich bedenklich, dass sie in den Behandlungsraum geht, um Patienten auf- und wieder abzunehmen?

Antwort :

Nach §2 des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft unverzüglich eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Um einen sicheren und schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz errichten zu können, sollte man die Gefährdungen personen- und tätigkeitsbezogen ermitteln und effektive Schutzmaßnahmen ergreifen.

Im § 4 Abs. 1 und Abs. 2 MuSchG und in § 4 Mutterschutzverordnung (MuSchArbV) sind Beschäftigungsverbote konkretisiert, wie z.B. Heben und Tragen von Lasten. Neben Heben und Tragen von Lasten (mehr als 5 kg regelmäßig oder 10 kg gelegentlich per Hand) können schwangere oder stillende Mitarbeiterinnen auch durch Infektionen, durch chemische Gefahrstoffe (wie z.B. Narkosegase) oder durch ionisierende Strahlen (Röntgenstrahlen) gefährdet werden.

Anbei einige konkrete Beschäftigungsverbote als Beispiel. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beschäftigungsverbote immer im Zusammenhang mit den aktuellen Gefährdungssituationen auszusprechen sind. Zulässig für werdende Mütter ist der Aufenthalt in Räumen, die keine Kontrollbereiche sind. Dies gilt z. B. für Räume mit Röntgenanlagen oder Geräten zur Erzeugung ionisierender Strahlung, die nur während des Betriebes des jeweiligen Gerätes als
Kontrollbereich ausgewiesen sind, in denen aber bei abgeschalteten Geräten keine ionisierende Strahlung freigesetzt wird. Dieser gerätetechnische Aspekt kann von hier aus letztendlich nicht nicht beurteilt werden, diesbezüglich ist im Betrieb eine Klärung
unter Beteiligung des Arbeitgebers, des Strahlenschutzbeauftragten, ggf. der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes sowie ggf. unter Hinzuziehung eines Aufsichtsbeamten der zuständigen Arbeitsschutzbehörde herbeizuführen.

Schwangeren Frauen als Beschäftigte ist der Zutritt zum betrieblichen Überwachungsbereich nur erlaubt, wenn Sie darin eine dem Betrieb dienliche Tätigkeit ausüben.

Der Nachweis, dass der Arbeitgeber einen sicheren Arbeitsplatz geschaffen hat, ist nach § 5 des MuSchG zu dokumentieren. Weiterhin ist der Arbeitgeber nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft verpflichtet, über diese Schwangerschaft die zuständige Arbeitsschutzbehörde zu informieren. Hierbei sind nicht nur die Generalien anzugeben, sondern auch die Art der Tätigkeit und die Arbeitszeiten.

Weitere nützliche Informationen sind in den Faltblättern „Mutterschutz in Arztpraxen“, "Mutterschutz in Krankenhäusern" und "Mutterschutz in medizinischen Laboratorien" zu finden, die im Internet (http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/praxishilfen/index.php ) heruntergeladen werden können.

Dialognummer: 412
Stand: 25.02.2013

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