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Nutzerpfad: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Fachkunde im Strahlenschutz
Stichworte: Flughafen, Röntgenkontrolle

Frage:

Durch die Umsetzung der EU-Verordnungen zur Sicherheit an Flughäfen werden Kontrollstationen errichtet, an denen Mitarbeiter in den Sicherheitsbereichen täglich, unter Umständen sogar mehrmals, untersucht werden müssen.
Zu dem betreffenden Mitarbeiterkreis gehören unter anderen die Verwaltungs- und Technikmitarbeiter sowie natürlich das fliegende Personal.
Hier wird täglich bei Einfahrt in das Gelände eine Kontrolle durch Durchlaufen der "Torbögen" notwendig, und die mitgebrachten Gegenstände werden auf ein Band zur Durchleuchtung in einem der Röntgengeräte gelegt.

Nun tauchen verständlicherweise viele Fragen zum Strahlenschutz auf:

- Wie verhält es sich, wenn man mehrmals täglich durch einen Torbogen laufen muss?
- Ist das gesundheitsschädlich?
- Was passiert mit Lebensmitteln (Speisen und Getränke) in der Tasche, wenn diese durch den Röntgendetektor bestrahlt werden? Verändern sich diese? Können dadurch Gesundheitsgefährdungen entstehen?
- Können z.B. auch Medikamente unbesorgt auf das Band gelegt werden?
- Welche Lebensmittel oder Medikamente sollte man besser nicht auf das Band legen?
- Gibt es bereits Erfahrungen, Grenzwerte, Berechnungen, Zahlen,Daten, Fakten zu diesen Aspekten?

Antwort :

Die von Ihnen angesprochenen Torbögen sind Metalldetektoren, bei denen sich durch Annäherung eines Metalls die Impedanz (elektrischer Widerstand) oder die Induktivität einer elektrischen Spule sich ändert und elektronisch ausgewertet wird. Eine Gesundheitsgefährdung bei solchen Einrichtungen ist ausgeschlossen, welches z.B. Computersimulationen von amerikanischen Forschern zeigen, welche die Auswirkungen von Metalldetektoren auf das ungeborene Leben untersucht haben. Ebenfalls wurde im Rahmen einer Studie des deutschen Herzzentrums München gezeigt, dass solche Metalldetektoren keinen Einfluss auf Patienten mit Herzschrittmacher haben.

Metalldetektoren sind keine Geräte, bei den Röntgenstrahlen verwendet werden. Insbesondere darf Röntgenstrahlung nur in Ausübung der Heilkunde oder Zahnheilkunde, in der medizinischen Forschung, in sonstigen durch Gesetz vorgesehenen oder zugelassenen Fällen oder zur Untersuchung nach Vorschriften des allgemeinen Arbeitsschutzes angewendet werden (§ 24 Abs.1 Röntgenverordnung/RöV). Anwendungen von Röntgenstrahlen an Personen im Rahmen der Sicherheitsüberwachung z.B. an Flughäfen oder in Häfen sind nach der Röntgenverordnung nicht zulässig.

Gemäß der WHO (Forschungsergebnisse aus 1980, 1992) weisen Nahrungsmittel, welche mit einer Dosis kleiner/gleich 10.000 Gray (Gy) bestrahlt wurden, keine nachweisbaren toxischen Stoffe auf. Durch die von der WHO beauftragte Expertengruppe konnte ebenfalls kein Verlust an Nährstoffen und sonstige mikrobiologische Belastungen nachgewiesen werden. Bei Gepäckdurchleuchtungseinrichtungen treten Dosiswerte von maximal 0,001 Gy auf. Somit sind Gesundheitsgefährdungen durch Lebensmittel oder Medikamente, welche mittels einer Gepäckdurchleuchtungseinrichtung untersucht worden sind, ausgeschlossen. Treten Störungen an solchen Geräten auf, schaltet sich die Röntgenstrahlung selbstständig ab.

Datenmaterial und Erfahrungen liegen aus dem Bereich Lebensmittelbestrahlung vor, welche übertragbar sind. Weitere Informationen hierzu können der homepage der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BFEL) entnommen werden http://www.bfa-ernaehrung.de/max-rubner-institut
.

Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass Gepäckdurchleuchtungseinrichtungen nach der Röntgenverordnung der staatlichen Aufsicht unterliegen und der Betrieb 14 Tage vor Inbetriebnahme der zuständigen Behörde angezeigt werden muss (§ 4 Röntgenverordnung). Insbesondere ist vor Inbetriebnahme das Gerät durch einen behördlich bestimmten Sachverständigen nach dem Stand der Technik auf sicherheitstechnische Funktion, Sicherheit und Strahlenschutz überprüfen zu lassen. Die Sachverständigenprüfung muss alle 5 Jahre wiederholt werden. 


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