Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Explosionsschutzdokument

Frage:

Muss für Schweißgeräte ein Explosionsschutzdokument erstellt werden?

Antwort :

Zur Beantwortung der Frage gehen wir von Gas-Schweiß- und -Schneidarbeitplätzen, die ortsbeweglich eingesetzt werden, aus:

Schweißarbeiten in Bereichen mit Brand- und Explosionsgefahr sind selbstverständlich zu betrachten. Deshalb muss der Arbeitgeber durch eingehende Besichtigung der Arbeitsstelle und seiner Umgebung im Einzelfall prüfen, ob es sich um einen derartigen Bereich handelt. Das Vorhandensein brennbarer Stoffe, die sich durch schweißtechnische Arbeiten in Brand setzen lassen, bedeutet stets einen Bereich mit Brandgefahr. Wenn die Brand- und Explosionsgefahren vollständig beseitigt werden können, handelt es sich nicht mehr um Bereiche mit Brand- und Explosionsgefahr; es sind somit keine weiteren Maßnahmen zu veranlassen. Vorrangig sollte sein, schweißtechnische Arbeiten in Bereichen mit Brand- und Explosionsgefahr zu vermeiden (vergl. Kapitel 5. 2 der BGI 554 "Gasschweißer").

Das Betreiben (z.B. Gasentnahme) von Druckgasbehältern mit brennbaren Gasen fällt unter den Regelungsbereich der Gefahrstoffverordnung und Betriebssicherheitsverordnung. Konkretisierungen finden sich zur Zeit noch in dem technischen Regelwerk z.B. der TRG 280 "Allgemeine Anforderungen an Druckgasbehälter - Betreiben von Druckgasbehältern".
Hinweis: Die "alten" technischen Regeln gelten bezüglich ihrer betrieblichen Anforderungen bis zur Überarbeitung durch den Ausschuss für Betriebssicherheit und ihrer Bekanntgabe durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fort (§ 27 Abs. 6 BetrSichV). 

Nach Ziffer 8.1.9 der TRG 280 muss jeder zum Entleeren angeschlossene Druckgasbehälter für brennbare oder sehr giftige Gase von einem Schutzbereich umgeben sein. Diese Schutzbereiche sind für Druckgasbehälter mit brennbaren Gasen Zone 2 nach BetrSichV. Eines Schutzbereiches bedarf es nicht
1. bei Einzelflaschen zum Schweißen, Schneiden und verwandten Arbeitsverfahren,
2. bei Einzelflaschen für Propan/Butan mit einem zulässigen Füllgewicht bis 14 kg,
3. ......

Das bedeutet, dass für kleinere nicht ortsfeste Schweiß- und Schneidarbeitsplätze (mit Einzelflaschen) formal kein Explosionsschutzdokument erforderlich ist.

Unabhängig davon ist bei relevanten Tätigkeiten mit den Arbeitsmitteln, Gefahrstoffen oder der Arbeitsumgebung immer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. In der Gefährdungsbeurteilung werden die Brand- und Explosionsgefahren normalerweise betrachtet und kurz abgehandelt. Unter Zuhilfenahme der erwähnten Regeln und Informationen dürfte die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung kein Problem darstellen.

Spezielle Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sind ggf. unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten und können mitunter zu einer neuen Einschätzung führen.


Dialognummer: 3997

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.