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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen
Stichworte: Wie ist der Gebrauch von Mehrfachsteckdosen im Vergleich zu fest eingebauten Steckdosen zu sehen?

Frage:

Immer wieder hört man davon, wie gefährlich doch der Einsatz von Mehrfachsteckdosen ist. Brandgefahr, Gefahr eines Stromschlags, Überlastung usw. Es gibt verschiedene Hinweise und Tipps, aber dann doch nichts Konkretes.

Antwort :

Prinzipiell ist der Ansatz „besser einen Festanschluss als Steckdosenleisten benutzen“ richtig.
Festanschlüsse (Wandsteckdosen) werden vom Fachmann verlegt und abgenommen und sind somit sicherheitstechnisch in den meisten Fällen in Ordnung / nicht zu bemängeln und für einen bestimmten Leistungsabgriff vorgesehen.

Anders kann es bei Steckdosenleisten aussehen. Dies sind Produkte, die zugekauft werden. Sie erhöhen den Anteil von weiteren Geräteanschlussmöglichkeiten und belasten somit auch die Zuleitungen der Wandsteckdosen. Zudem können ja auch mehrere Steckdosenleisten ineinander gesteckt werden. Damit wird eine indirekte Erweiterung und somit Überlastung der Elektroinstallation möglich.
Hinzu kommt noch, dass einige auf dem Markt befindliche Steckdosenleisten (vor allem Billigware) nicht immer den sicherheitstechnischen Ansprüchen genügen (siehe auch http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A80.html , http://www.bghw.de/aktuelles/nachrichten/wissen-was-sicher-ist-neues/?searchterm=gefährliche Produkte  oder http://www.berlin.de/lagetsi/themen/geraetesicherheit.html . Mängel können hier in verschiedenen Variationen auftreten:
- Zu geringer Leitungsquerschnitt und somit nicht für die Last geeignet, die angegeben ist.
- Maße der Kupplungen n. i. O. (Zu fest oder zu lockere Verbindungen).
- Schlechte (Löt-) Verbindungen zwischen Leitungen und Stromschiene.
- Schutzleiter nicht vorhanden.
- Zu hohe Temperaturen wegen Übergangswiderständen ....

Alles dies sind eigentlich Gründe gegen den Einsatz von Steckdosenleisten. Hier muss aber direkt dazu gesagt werden, dass nichts gegen einen Einsatz von Steckdosenleisten spricht, wenn diese technisch einwandfrei sind und deren problemloser Einsatz von einer Fachkraft beurteilt wurde.
Grundsätzlich und sinnvoll sollte man bei Einsatz von Steckdosenleisten folgendes beachten:
Die Produkte müssen entsprechend dem Stand der Sicherheitstechnik hergestellt sein und dürfen bei ordnungsgemäßer Installation und Wartung sowie bei bestimmungsgemäßer Verwendung die Sicherheit von Menschen, Nutztieren und die Erhaltung von Sachwerten nicht gefährden. Ein Nachweis hierfür muss vorhanden sein. Die Pflicht hierzu ergibt sich aus der vom Arbeitgeber gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz und § 3 Betriebssicherheitsverordnung zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung. Bei der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber insbesondere die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels (hier Steckdosenleiste) selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch die Wechselwirkung der Arbeitsmittel untereinander (z. B. höchstmöglich abrufbare Leistung) oder mit den Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden. Weiterhin hat er Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen festzulegen und zu bestimmen, welche Befähigung die prüfende Person haben muss.
Neben dem Arbeitsschutzgesetz und derBetriebssicherheitsverordnung sind hier auch die Sicherheitsanforderungen der 1. Geräte- und Produktsicherheitsverordnung (Elektrische Betriebsmittel) und auch die BGV A3 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel) heran zu ziehen.


Dialognummer: 3988
Stand: 04.08.2008

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