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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube
Stichworte: Welche Gefährdungen bestehen beim Umgang mit älteren künstlichen Mineralfasern?

Frage:

Die alte Deckenisolation eines Gebäudes soll ausgetauscht werden. Sie wurde ca. 1994/95 angebracht. Auf Rückfragen zu dem verwendeten Isolationsstoff wurde allgemein "Glaswolle" angegeben. Bei den Beschäftigten besteht die Befürchtung, dass es sich um schädliche Stoffe handeln könne, speziell bei dem zu erwartenden Staub und den beim Abbau entstehenden kleinen Partikeln der Glaswolle.
Ist eine Gefährdung zu vermuten? Können die Beschäftigten auf einer Ganzkörper-Schutzkleidung bestehen?

Antwort :

Beim Umgang mit künstlichen Mineralfasern aus den Jahren 1994 und 1995 ist von einer Gesundheitsgefahr (Verdacht auf krebserzeugende Wirkung) auszugehen, sofern keine spezielleren Daten über die eingebauten Dämmstoffe vorliegen. Ein Verwendungsverbot für diese "alten" Dämmstoffe wurde ab dem 1.6.2000 wirksam, etwa seit 1999 stehen unverdächtige Mineralwolldämmstoffe zur Verfügung (RAL Gütezeichen).

Im vorliegenden Fall ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit von Dämmstoffen auszugehen, die im Verdacht stehen krebserzeugend zu sein. Die zu treffenden Arbeitsschutzmaßnahmen werden in der TRGS 521 Faserstäube behandelt.
Zusätzliche Erläuterungen finden sich auch in einer Broschüre die u.a. von der Bau-BG bereitgehalten wird: "Umgang mit Mineralwolle Dämmstoffen"

Durch die, neue ab dem 1.1.2005 geltende Gefahrstoffverordnung sind allerdings einige Bestimmungen der TRGS 521 nicht mehr anwendbar: eine Anzeigepflicht für den Umgang mit krebserzeugenden Dämmstoffen (ausgenommen Asbest) besteht nicht mehr, ferner sind die Ausführungen über die Grenzwerte nicht mehr anwendbar. Die Ausführungen zu den persönlichen Schutzausrüstungen und die organisatorischen Schutzmaßnahmen sind aber weiterhin Stand der Technik. Insbesondere Anlage 4 der TRGS 521 ist zu beachten. Ob im vorliegenden Fall Atemschutz und Schutzanzug zur Verfügung gestellt werden müssen, hängt demnach auch vom Umfang der Arbeiten ab. Auf Wunsch der Arbeitnehmer sind partikelfilternde Halb- oder Viertelmasken mindestens der Kategorie FFP1 zur Verfügung zustellen. Eine locker sitzende, geschlossene Arbeitskleidung, ggf. Handschuhe und Schutzbrille gehören zu den allgemeinen Grundsätzen der Arbeitshygiene.

Welche Maßnahmen konkret zu treffen sind, muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln. Dabei soll er sich von der Sicherheitsfachkraft und vom Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.


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