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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beschaffenheit von Fluchtwegen
Stichworte: Sind Spindeltreppen als zweiter Fluchtweg zugelassen?

Frage:

Im Zuge der Inbetriebnahme eines dreigeschossigen Bürogebäudes mit rund 100 Mitarbeitern ergaben sich folgende Fragestellungen:
1. ist im Flucht-(und Rettungs-)wegeplan die Kennzeichnung des zweiten Fluchtweges notwendig? (hier in Form einer außenliegenden Spindeltreppe bzw. Fenster als Anleiterpunkt der Feuerwehr)
2. Spindeltreppen sind nicht notwendige Treppen - sind diese generell als zweiter Fluchtweg zugelassen? (als Rettungsweg für externe Kräfte [Feuerwehr u.ä] ist sie sicherlich zu gebrauchen

Antwort :

Gemäß der neuen Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV - vom 12.08.2004 hat der Arbeitgeber nach § 4 Abs. 4 Vorkehrungen zu treffen, dass Beschäftigte sich bei Gefahr unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können. Der Arbeitgeber hat einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern.

Nähere Angaben über die Anforderungen an Fluchtwege und Notausgänge werden in der ArbStättV im Anhang unter der Ziffer 2.3 "Fluchtwege und Notausgänge" genannt.

Weiterhin steht unter Ziff. 1.3 des Anhangs:
"Unberührt von den nachfolgenden Anforderungen sind Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungen einzusetzen, wenn Gefährdungen der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht durch technische oder organisatorische Maßnahmen vermieden oder ausreichend begrenzt werden können. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung sind dabei zu berücksichtigen."

Nach Ziffer 4 Abs. 5 der Technischen Regel für Arbeitsstätten - Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungswegplan - ASR A 2.3 - ist ein zweiter Fluchtweg erforderlich, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies unter bestimmten Voraussetzungen ergibt. Nach Ziffer 4 Abs. 6 ASR A 2.3 sind im Verlauf eines zweiten Fluchtweges gegenüber Treppen mit geradlinigen Läufen auch andere Treppenarten möglich, wenn die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lassen.

Spindeltreppen im Verlauf von zweiten Rettungswegen könnten ausnahmsweise zugelassen werden, wenn sich z. B. nur eine Person (ortskundig) in einem Lager aufhält, kein Umgang mit Gefahrstoffen erfolgt oder es sich um einen Zugang zu einer Maschine handelt.

Ist ein zweiter Rettungsweg aus der Sicht des Arbeitsschutzes nicht erforderlich, die Feuerwehr oder das Bauamt jedoch einen zweiten, zusätzlichen Zugang zum Gebäude für notwendig hält, kann dieser über eine Spindeltreppe oder einen Anleiterpunkt erfolgen.

Unterstützung bei der Einrichtung von Arbeitsplätzen bzw. Beratung vor Ort erhalten Sie u. a. durch das für Sie zuständige Amt für Arbeitsschutz, die Berufsgenossenschaft, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt und den Betriebs-, Personalrat.

Wichtige Arbeitsschutzvorschriften werden im Internet z. B. unter    http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php 
angeboten.


 


Dialognummer: 3924
Stand: 24.01.2010

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