Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie > Epidemie, Pandemie
Stichworte: Warum ist das Risiko einer Grippepandemie derzeit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht?

Frage:

Warum ist das Risiko einer Grippepandemie derzeit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht? Wie kann ein gefährlicher Grippe-Pandemie-Virus entstehen?

Antwort :

Das Risiko einer weltweiten Influenzaepidemie wird maßgeblich davon beeinflusst, wie weit ein Virus verbreitet ist, das das Potential für eine weitere Anpassung an den Menschen und damit der Entstehung eines neuen Pandemievirus besitzt. Insofern bedeutet jeder neue Geflügelpestausbruch eine gewisse Erhöhung des Risikos. Mitte Oktober 2005 wurde offiziell bestätigt, dass bei Geflügel in der Türkei, in Rumänien sowie auch im europäischen Teil Russlands der in Asien zirkulierende, für Geflügel gefährliche (hochpathogene) Virusstamm H5N1 nachgewiesen wurde . Am 26. 10. 2005 hat die Europäische Kommission bestätigt, dass auch in Kroatien hochpathogenes H5N1 festgestellt wurde.

Im Prinzip könnte jedes Influenzavirus, genauer gesagt, jeder Subtyp, der noch nie oder lange nicht mehr in der Bevölkerung zirkuliert ist, zum Pandemie-Virus werden. Der derzeit wahrscheinlichste Kandidat ist das Vogelgrippevirus H5N1. Mit H und N werden die beiden wichtigsten Eiweiße der Virushülle (Hämagglutinin und Neuraminidase) abgekürzt. Im Tierreich existieren unterschiedliche Ausprägungen davon, die „durchnummeriert“ sind. Die in den letzten Jahrzehnten vorkommenden und in der Bevölkerung zirkulierenden Influenzaviren gehören entweder zum Subtyp H3N2 und H1N1 (beides Influenza-A-Viren), oder es sind Influenza B-Viren, die aber noch nie eine Pandemie ausgelöst haben.
Mittlerweile ist das H5N1 Virus von Taiwan bis Indonesien auch in Wildvögeln so stark verbreitet, dass man das Virus aus der Vogelpopulation nicht mehr eliminieren kann. Es könnte dabei bleiben, dass sich weiterhin nur einzelne Menschen infizieren und daran sterben. Nach allem, was Experten über die Influenza wissen, ist aber auch ein anderes Szenario denkbar: Die Viren könnten durch ständige Änderungen ihres Erbguts oder den Austausch ganzer Gene mit humanen Influenzaviren die Fähigkeit erlangen, effektiver als bisher Menschen zu infizieren und vor allem effizient von Mensch zu Mensch übertragen zu werden.

Stand: Februar 2006


Dialognummer: 3856

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.