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Stichworte: Was ist bei Rangierarbeiten mit Flurförderzeugen zu beachten?

Frage:

Kann ich mit einem Flurförderzeug (Eigengewicht 10 to) volle Waggons (100 to und mehr) rangieren (ziehen)? Ist das Eigengewicht des Flurförderzeuges dabei von Bedeutung? Die BGV 30 sagt darüber nichts aus. Oder benötige ich hierfür ein schienenbezogenes Fahrzeug?

Antwort :

Eine Aufnahme von Rangierarbeiten mit Flurförderzeugen ist nur zulässig, wenn einige grundsätzliche Voraussetzungen gegeben sind! 

Herstellerangaben
Die Vorgaben des Herstellers für den Einsatz eines Flurförderzeuges sind zu beachten. In der Bedienungsanleitung sind wichtige Angaben zum Verwendungszweck und die erforderlichen Bedingungen, bzw. gerätespezifischen Grenzwerte enthalten. Die genaue Kenntnis der genannten Parameter ist Voraussetzung für einen sicheren Betrieb des Gerätes und beeinflusst die Sicherheit im Betrieb. Zu den Angaben des Herstellers gehören z.B. Traglastdiagramme und Angaben, unter welchen Voraussetzungen und insbesondere auch mit welcher zusätzlichen Ausrüstung das Gerät zum Rangieren von Waggons, ggf. auch unter Festlegung einer Gewichtsgrenze, benutzt werden darf. Erforderlichenfalls ist eine Aussage des Herstellers zum Rangierbetrieb einzuholen. Stellt der Hersteller fest, dass das von ihm hergestellte Flurförderzeug zum Rangierbetrieb geeignet ist, sind die von ihm genannten Randbedingungen einzuhalten.
(§ 4 Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV)

Behördliche Genehmigung
Das Rangierverfahren auf dem Betriebsgelände muß von der zuständigen Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Sie äußert sich zum jeweiligen Einzelfall und legt die erforderlichen Auflagen fest.
- Für den Bahnbetrieb ist eine zuständige Person zu benennen (Eisenbahnbetriebsleiter).
- Es werden z.B. Anforderungen an eine Betriebsanweisung gestellt.
- Im Rahmen ihrer Zuständigkeit bewertet die Behörde das Arbeitsverfahren unter Zugrundelegung der gesetzlichen Vorschriften und Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze.


Gefährdungsbeurteilung
In der vom Betrieb zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung sind die Gefährdungen zu nennen, die sich aus der Art des Rangierens mit dem Flurförderzeug ergeben können.
Beim Festlegen der Maßnahmen werden die Herstellerangaben und die Auflagen der genehmigenden Behörde berücksichtigt. In der Gefährdungsbeurteilung werden die Verantwortlichen für die Überwachung der Rangierarbeiten benannt. Außerdem enthält sie Angaben über eine Wirksamkeitskontrolle.
(§§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG -)


Betriebsanweisung und Unterweisung
Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ist eine Betriebsanweisung zu erstellen und die mit dem Rangierbetrieb Beschäftigten zu Unterweisen.
(§ 12 Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG)

 


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