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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Ergonomie > Ergonomie von Arbeitsstätten und Arbeitsmitteln
Stichworte: Darf eine Brotschneidemaschine in einer Bäckereiverkaufsstelle in Kniehöhe angebracht werden?

Frage:

Ich arbeite als Verkäuferin in einer Bäckereifiliale. Für die tägliche Arbeit benötigt man eine Brotschneidemaschine. Diese wurde nach einem Umbau der Ladeneinrichtung auf Kniehöhe heruntergesetzt. Durch eine nunmehr gebückte Körperhaltung bekomme ich nach kurzer Arbeitszeit Rückenschmerzen. Gibt es eine vorgeschriebene Mindesthöhe für so eine Maschine? Der Arbeitgeber sieht die Problematik nicht, was kann ich tun?

Antwort :

Nach dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung ist der Arbeitgeber verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit den Beschäftigten nur Arbeitsmittel bereitgestellt werden, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind.
Bei der Festlegung der Maßnahmen sind für die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln auch die ergonomischen Zusammenhänge zwischen Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, Arbeitsorganisation, Arbeitsablauf und Arbeitsaufgabe zu berücksichtigen; dies gilt insbesondere für die Körperhaltung, die Beschäftigte bei der Benutzung der Arbeitsmittel einnehmen müssen (§ 4 Abs. 4 Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV).

Die Brotschneidemaschine ist ein Arbeitsmittel im Sinne der BetrSichV. Für den Arbeitspatz bedeuten die v.g. Ausführungen konkret, dass die Brotschneidemaschine den ergonomischen Erkenntnissen gemäß anzubringen ist.
Ergonomie/ergonomisch heißt vereinfacht gesagt: Die Arbeitsbedingungen sind dem Menschen anzupassen und nicht umgekehrt.
Es ist seit längerem bekannt, dass eine bückende Arbeitshaltung ungesund und nicht ergonomisch ist. Der Arbeitgeber ist daher (im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung) verpflichtet, die Brotmaschine auf eine ergonomisch vertretbare Höhe hoch zu setzen, wobei die konkrete Höhe vor Ort festzulegen ist. Dabei sollte er sich von der Sicherheitsfachkraft und dem Betriebsarzt beraten lassen und die Anregungen der Beschäftigten einbeziehen.

Weitere Informationen im Sozialnetz Hessen unter http://www.sozialnetz-hessen.de/ca/pq/ljm .

Ist ein Betriebsrat vorhanden, können Sie diesem Ihr Anliegen mitteilen und bitten, die Angelegenheit im Arbeitsschutzausschuss zu erörtern.
Können Sie das Problem innerbetrieblich nicht lösen, haben Sie gemäß § 17 Arbeitsschutzgesetz die Möglichkeit, sich an die zuständige Arbeitsschutzbehörde zu wenden.


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